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B8 sorgt mit Tempo-Sprüngen für Ärger bei Pendler:innen

+ B8-Pendler-Rätsel: Erst Vollgas, dann plötzliches Bremsen

* Zweite Spur soll Sicherheit bringen, nicht mehr Tempo
* Wenige Sekunden Gewinn, aber mehr Risiko und Kolonnen

# Warum wird auf der B8 erst beschleunigt und dann wieder gebremst?

Wer regelmäßig auf der **Bundesstraße 8 zwischen Neustadt an der Aisch und Fürth/Nürnberg** unterwegs ist, kennt dieses Phänomen nur zu gut: Kaum wird aus einer Spur ein zweispuriger Abschnitt, zieht das Tempo vieler Fahrzeuge deutlich an. Statt der erlaubten **100 km/h** sind dann häufig **110, 120 km/h oder mehr** auf dem Tacho zu sehen.

Ein paar Kilometer später endet der zusätzliche Fahrstreifen wieder – obwohl weiterhin **100 km/h** erlaubt sind, bremsen viele Autofahrer dann plötzlich deutlich ab. Nicht selten geht es auf **80 oder sogar 70 km/h** herunter. Das sorgt für Kolonnen, unruhigen Verkehrsfluss und mitunter auch für riskante Überholmanöver.

Dabei sind die zusätzlichen Fahrstreifen auf der B8 nicht dafür gedacht, einfach schneller zu fahren. Sie sollen vor allem den Verkehrsfluss verbessern und sicheres Überholen ermöglichen. Der Ausbau ist Teil eines Gesamtkonzepts des Freistaats Bayern, mit dem die Verkehrssicherheit zwischen Neustadt an der Aisch und Langenzenn erhöht und Unfallhäufungsstellen entschärft werden sollen. Gleichzeitig werden Kreuzungen umgebaut und abschnittsweise zusätzliche Fahrstreifen ergänzt.

## Warum passiert das?

Verkehrspsychologen und Verkehrsforscher kennen dieses Verhalten seit Jahren. Mehrere Effekte spielen dabei eine Rolle:

– **Freie Straße = mehr Tempo:** Sobald zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen, empfinden viele Autofahrer die Situation als sicherer und beschleunigen automatisch – oft, ohne bewusst auf den Tacho zu achten.
– **Überholreflex:** Viele möchten in der „freien“ Phase möglichst viele langsamere Fahrzeuge überholen und drücken dafür stärker aufs Gaspedal als nötig.
– **Engstellen-Effekt:** Endet der zweite Fahrstreifen, reagieren viele Fahrer vorsichtiger und nehmen unbewusst Geschwindigkeit heraus – obwohl sich das Tempolimit gar nicht geändert hat.
– **Kolonnenbildung:** Beim Wiedereinfädeln orientieren sich viele am langsamsten Fahrzeug. Schon kleine Bremsungen können sich wie eine Welle nach hinten fortsetzen und sorgen für weitere Geschwindigkeitsschwankungen.

### Das kostet Zeit – und Nerven

Interessant ist: Wer auf dem zweispurigen Abschnitt 120 statt 100 km/h fährt, gewinnt auf wenigen Kilometern oft nur wenige Sekunden. Werden diese Sekunden später durch stärkeres Abbremsen wieder verloren, entsteht für alle dahinter ein hektischer und unnötig unruhiger Verkehrsfluss.

Ein möglichst gleichmäßiges Tempo von rund **100 km/h** wäre deshalb oft die flüssigste und sicherste Fahrweise.

### Wie sehen Sie das?

Viele Pendler zwischen **Neustadt, Emskirchen, Langenzenn und Fürth** kennen die B8 inzwischen fast auswendig.
**Ist Ihnen dieses Verhalten auch schon aufgefallen?** Wird auf den zweispurigen Abschnitten oft unnötig stark beschleunigt – nur um kurz darauf wieder deutlich langsamer zu fahren?

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen in die Kommentare. Wir sind gespannt auf Ihre Beobachtungen aus dem täglichen Berufsverkehr.

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