# Qualität, Zusammenhalt und ein klarer Kurs: SV Losaurach ist Meister und zurück in der Kreisliga
Der SV Losaurach hat sein Ziel erreicht: Nach nur einem Jahr in der Kreisklasse kehrt die Mannschaft als Meister zurück in die Kreisliga. Dabei sah es nach der Wintervorbereitung alles andere als nach einem souveränen Durchmarsch aus. Umso bemerkenswerter ist die Rückrunde, in der Losaurach kein einziges Punktspiel mehr verlor und sich am Ende verdient die Meisterschaft in der Kreisklasse 2 sicherte.
„Nach dieser Wintervorbereitung hätte ich als Trainer nicht gedacht, dass wir so eine Rückrunde spielen“, sagt Spielertrainer Jonas Scheuenstuhl. In den Testspielen und im Pokal wollte es zunächst offensiv kaum laufen, gerade einmal ein Treffer gelang in dieser Phase. Doch pünktlich zum Start in die entscheidenden Wochen war der SVL wieder da.
Mit einem 3:1-Erfolg gegen den stark platzierten TSC Neuendettelsau II und einem 1:1 gegen den direkten Konkurrenten SG Petersaurach/Großhaslach stellte Losaurach früh die Weichen. Danach erledigte die Mannschaft ihre Aufgaben konsequent und brachte die Saison sicher ins Ziel.
Dass es überhaupt noch einmal so deutlich werden würde, war im Herbst nicht unbedingt abzusehen. Zwar startete Losaurach mit Siegen ins Derby gegen Markt Erlbach und in das Kerwaspiel gegen Neustadt, doch anschließend geriet der große Favorit ins Stocken. Nach zehn Spieltagen standen bereits vier Niederlagen zu Buche, zwischenzeitlich rangierte das Team nur auf Platz sieben.
In dieser Phase wurde intern Klartext gesprochen. Nach dem Spiel gegen Hagenbüchach setzte sich die Mannschaft zusammen und stellte sich laut Scheuenstuhl die entscheidende Frage: „Wollen wir jetzt einfach ein bisschen mitkicken oder wollen wir nochmal vorne angreifen?“ Die Antwort fiel eindeutig aus – und sie wurde auf dem Platz eindrucksvoll umgesetzt.
Von da an zeigte Losaurach die Qualität, die viele dem Team schon vor Saisonbeginn zugetraut hatten. Während andere Mannschaften immer wieder Punkte liegen ließen, verlor der SVL bis auf ein 0:2 in Flachslanden kurz vor der Winterpause nur noch ein einziges weiteres Spiel. Hauptkonkurrent Petersaurach/Großhaslach blieb zwar lange ungeschlagen, ließ mit mehreren Unentschieden aber zu viele Zähler liegen. So stand Losaurach am Ende mit fünf Punkten Vorsprung ganz oben.
Ein wichtiger Faktor war die Qualität im Kader. Im Sommer gab es keine Abgänge, dazu kamen mit Moritz Zink ein Neuzugang aus Wilhermsdorf und mit Dominic Meyer ein Rückkehrer nach Verletzungspause. Außerdem wurde Max Stirnweiß aus der zweiten Mannschaft nach oben gezogen. Für Scheuenstuhl war klar: „Das war schon ein guter Kader.“
Vor allem in der Offensive war Losaurach stark besetzt. Marco Volkert traf 17 Mal, Dominic Meyer steuerte nach langer Pause starke 12 Tore bei. Dazu kamen Noah Reuthlingshöfer mit 8 Treffern, Daniel Eckert mit 6 sowie Spielertrainer Scheuenstuhl und Max Stirnweiß mit jeweils 5 Toren. Insgesamt erzielte der Meister 70 Tore in 26 Spielen.
Scheuenstuhl sieht die Stärke seines Teams aber nicht nur in den individuellen Qualitäten, sondern vor allem im Miteinander. „Jeder hat sich für jeden reingehauen. Da hat sich keiner in den Vordergrund gedrängt. Keiner war beleidigt, wenn er mal auf der Bank saß“, sagt er. Genau dieser Zusammenhalt habe mit dafür gesorgt, dass Losaurach nach der kleinen Herbstkrise wieder in die Spur fand.
Defensiv stand die Mannschaft ebenfalls stabil. Nur 29 Gegentreffer in 26 Spielen sprechen eine klare Sprache. Besonders zuhause war der SVL kaum zu schlagen: 13 Siege aus 14 Heimspielen, dazu ein Torverhältnis von 42:13. Das war ein echtes Meisterfundament.
Die Zahlen zur Saison unterstreichen den verdienten Titelgewinn: 61 Punkte aus 26 Spielen, 20 Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen. Zuhause holte Losaurach 39 Punkte, auswärts starke 22. Die höchsten Siege gelangen jeweils mit 5:0 gegen Merkendorf sowie zuhause auch gegen Hagenbüchach.
Nun wartet die nächste Herausforderung in der Kreisliga. Spielertrainer Jonas Scheuenstuhl will weitermachen und würde in seine fünfte Saison beim SV Losaurach gehen. Auch der Kader soll weitgehend zusammenbleiben. Dann wird sich zeigen, ob die Mannschaft in der höheren Liga dauerhaft bestehen kann.
Oder, wie Scheuenstuhl es mit einem Augenzwinkern formuliert: ob der SVL vielleicht doch eine „Fahrstuhlmannschaft“ ist.
**Kommentar der Redaktion:**
Wenn man sich die Saison von Losaurach anschaut, dann war das kein Titel durch Zufall, sondern einer mit Ansage – nur eben mit kleiner Herbst-Delle. Am Ende hat sich genau das durchgesetzt, was im Amateurfußball oft den Unterschied macht: Qualität im Kader, Ruhe im Verein und eine Mannschaft, die sich zusammenrauft, statt auseinanderzudriften. Und ganz ehrlich: Wer nach so einer Wintervorbereitung noch so eine Rückrunde hinlegt, der hat sich den Aufstieg nicht nur verdient, sondern redlich erarbeitet. In der Kreisliga wird der Wind wieder rauer – aber mit dieser Mischung aus Erfahrung, Offensivkraft und Teamgeist muss sich Losaurach sicher nicht verstecken.



