# **Übersetzungs-Box soll den Schulalltag leichter machen**
## **Neustädter Mittelschule am Turm testet System der Hochschule Ansbach – Sprachbarrieren werden in Sekunden kleiner**
Neustadt an der Aisch – Wenn Sprache im Unterricht zur Hürde wird, kann Lernen schnell zur Geduldsprobe werden. Genau hier setzt ein Projekt an, das an der Neustädter Mittelschule am Turm jetzt für viel Aufmerksamkeit sorgt: Ein studentisches Team der Hochschule Ansbach hat eine Übersetzungs-Box entwickelt, die Gesprochenes in Echtzeit in mehr als 25 Sprachen übertragen kann.
Schulleiter Gregor Fleischmann und Lehrerin Andrea Stöhr-Manz zeigen sich begeistert. Stöhr-Manz arbeitet gemeinsam mit Sozialpädagogin Anna Riedel in einer Deutschklasse, die das System bereits getestet hat. In solchen Klassen lernen Schülerinnen und Schüler, die neu im bayerischen Schulsystem sind und oft nur wenig oder gar kein Deutsch sprechen. Nach einem Jahr müssen sie in der Regel in die Regelklassen wechseln.
An der Mittelschule am Turm sitzen dafür Zehn- bis 16-Jährige aus verschiedenen Ländern zusammen – mit sechs unterschiedlichen Muttersprachen und sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen. Der Unterricht wird dadurch nicht einfacher. Bisher behalf man sich mit Online-Übersetzern oder Wörterbüchern. Das kostete Zeit und war im Alltag oft umständlich.
Die neue „Termlate“-Box soll das ändern. Entwickelt wurde sie von Daniel Balbach, Dennis Diz, Stavros Kaniouras, Bruno König und Christian Schuller unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Sigurd Schacht im Studiengang „Angewandte Künstliche Intelligenz & Digitale Transformation“ an der Hochschule Ansbach. Ziel des Teams: den Schulalltag mit datenschutzkonformer Übersetzungstechnik zu erleichtern.
Professor Schacht erklärt, dass das System komplett lokal arbeitet, ohne Internetdienste, und speziell für den Unterricht optimiert wurde. Die Lehrkraft spricht, das System übersetzt in Sekundenschnelle auf die Endgeräte der Schülerinnen und Schüler – in deren jeweilige Muttersprache und zusätzlich ins Deutsche. So können alle gleichzeitig mitlesen und dem Unterricht besser folgen. Fragen werden weiterhin auf Deutsch gestellt, Antworten sollen ebenfalls auf Deutsch erfolgen.
Ein weiterer Vorteil: Auch mathematische Inhalte werden korrekt dargestellt. Formeln bleiben also Formeln – und werden nicht einfach als Text verschluckt. Außerdem kann das System im sogenannten Elternraum genutzt werden, wo vertrauliche Gespräche lokal übersetzt und sogar mit Sprachausgabe unterstützt werden. Das soll Missverständnisse vermeiden und Gespräche entspannter machen, ohne dass Kinder für ihre Eltern übersetzen müssen.
Auch die Projektgruppe selbst ist stolz auf das Ergebnis. Rund 1000 Stunden Arbeit stecken in dem Prototypen, der im Sommersemester 2026 entstanden ist. Professor Schacht lobt den Einsatz der fünf Studierenden, die teils bereits mitten im Berufsleben stehen und dennoch viel Zeit in die Entwicklung investiert haben.
Begeistert zeigt sich auch Stadträtin Heike Gareis. Die Idee sei bei einem Besuch im Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in Neustadt an der Aisch entstanden, wo sie mit Standortleiterin Marie Hartz über KI und Übersetzungsmöglichkeiten gesprochen habe. Ein Dank gehe an alle Beteiligten, besonders an das TTZ, Marie Hartz und die Stiftungsprofessorin Yvonne Wetsch.
Für die Schule ist klar: Wer den Unterricht versteht, lernt leichter und bleibt motivierter. Da „Termlate“ derzeit noch ein Prototyp ist, aber großes Potenzial für Schulen und andere Einsatzbereiche hat, werden nun Sponsoren gesucht. Weitere Informationen gibt es unter termlate.live.



