# Investitionen in die Kläranlage Wilhermsdorf
**Abwasserzweckverband Oberes Zenntal startet mit neuem Vorstand und weiterem Millionenprogramm**
Wilhermsdorf/Markt Erlbach/Neuhof – Beim Abwasserzweckverband Oberes Zenntal ist die Welt aktuell noch in Ordnung: Die zuletzt große und teure Auflage aus dem Wasserrechtsbescheid von 2017 ist erfüllt, die Kläranlage hat weiterhin genügend Reserve für die geplanten Bau- und Gewerbegebiete – und der Verband hat sich in neuer Besetzung konstituiert.
In der Sitzung wurden zunächst die ausscheidenden Verbandsräte Uwe Emmert, Wolfgang Bernreuther und Wernhilde Mann aus Wilhermsdorf, Rudolf Born aus Markt Erlbach sowie Herbert Reiß aus Neuhof verabschiedet. Neu im Gremium sind die Wilhermsdorfer Bürgermeisterin Alexandra Zipfel sowie Herbert Kropstat und Thorsten Enßner, für Markt Erlbach sitzt künftig Moritz Hildner am Tisch, aus Neuhof kommt Silvia Heubeck dazu.
Die Sitzverteilung richtet sich nach den sogenannten Einwohnergleichwerten – also danach, wie stark die jeweiligen Gemeinden die Anlage tatsächlich beanspruchen. Dass Markt Erlbach mit vier Sitzen vertreten ist, liegt unter anderem am großen Honighersteller Breitsamer und dessen hohem Wasserbedarf. Wilhermsdorf kommt auf drei Sitze, Neuhof auf zwei.
Auch beim Verbandsvorsitz gibt es eine Premiere: Erstmals besteht das Leitungstrio ausschließlich aus Frauen. Vorsitzende bleibt Dr. Birgit Kreß aus Markt Erlbach, ihre Stellvertreterinnen sind Alexandra Zipfel aus Wilhermsdorf und Claudia Wust aus Neuhof. Das Sitzungsgeld wurde von 25 auf 35 Euro angehoben, die Pauschalentschädigung für die Vorsitzende beträgt 700 Euro, für die Stellvertreterinnen 150 Euro.
Finanziell bleibt der Verband trotz sinkender Investitionssumme weiter gefordert. Im diesjährigen Haushalt stehen im Verwaltungshaushalt gut zwei Millionen Euro und im Vermögenshaushalt knapp 1,5 Millionen Euro. Ein Kredit über 500.000 Euro ist dennoch nötig – genehmigt war er bereits im Vorjahr. Damals wurde der bis dahin schuldenfreie Verband erstmals mit einer Million Euro belastet. Der Schuldenabbau soll aber innerhalb von fünf Jahren gelingen.
Die Einnahmen kommen vor allem über die Abwassergebühren: Diese wurden zum Jahresbeginn von 2,50 auf 2,85 Euro pro Kubikmeter angehoben. Zusätzlich leisten die Gemeinden je nach Länge ihres Kanalnetzes Straßenentwässerungsgebühren. Insgesamt betreuen die acht Mitarbeitenden des Zweckverbands rund 78 Kilometer Kanalnetz und kümmern sich außerdem um weitere Kläranlagen der Mitgliedsgemeinden, wofür ein Teil der Personalkosten erstattet wird.
Für 2024 sind noch rund 500.000 Euro für das Regenüberlaufbecken in der Neuen Straße eingeplant. Außerdem soll Grund für ein weiteres Becken in Wilhermsdorf-West erworben werden. Rund 600.000 Euro sind für die Sanierung der Kläranlage veranschlagt.
Ganz reibungslos läuft es dennoch nicht: Während der Arbeiten in der Windsheimer Straße kamen zwei verdeckte Schächte zum Vorschein, die nun dringend saniert oder sogar neu gebaut werden müssen. Die Firma Dienstbier übernimmt das gleich mit – für knapp 50.000 Euro. Klaus Adelhardt zeigte sich überrascht, dass diese Mängel bei einer Kanalbefahrung offenbar nicht entdeckt worden waren. Sein Kommentar dazu: „Da kommen mir Zweifel an der Befahrung.“



