22. April 2026

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## Stadtkapelle Frankenland hat neuen Dirigenten: Premiere beim Frühlingsfest in Neustadt

Die Stadtkapelle Frankenland in Neustadt schlägt ein neues musikalisches Kapitel auf: Mit Étienne Lemieux-Després übernimmt ein international erfahrener Musiker den Taktstock. Seine erste große Bewährungsprobe vor Publikum steht schon bald an – und die dürfte für viele Musikfreunde aus der Region besonders spannend werden.

Der neue Dirigent der Stadtkapelle Frankenland heißt Étienne Lemieux-Després. Der 33-Jährige stammt aus dem kanadischen Montreal, spricht fließend Deutsch und bringt reichlich Erfahrung aus der internationalen Musikszene mit. Seine Premiere in Neustadt feiert er am Sonntag, 3. Mai, im Rahmen des Frühlingsfestes auf dem Neustädter Marktplatz. Dort wird die Stadtkapelle von 13 bis 18 Uhr zu hören sein.

Aktuell arbeitet Lemieux-Després an einem Opernprojekt am Opernhaus Zürich. Wie er im Gespräch mit der Redaktion erklärte, ist er dort als Assistent bei Mozarts letzter Oper „La Clemenza di Tito“ tätig.

Seine musikalische Ausbildung begann in seiner Heimatstadt Montreal, wo er einen Bachelor im Fach Klavier absolvierte. Ab 2017 setzte er seine Studien in Deutschland fort: An der Hochschule für Musik in Nürnberg machte er seinen Master als Orchesterdirigent und Chorleiter. Sein Familien-Doppelname bedeutet übrigens sinngemäß „Der Beste in den Feldern“.

Beruflich führte ihn sein Weg bereits an namhafte Häuser und Projekte. 2020 war sein erster Vertrag als Assistent bei der Mozartwoche in Salzburg, wo er bei Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“ mitwirkte. Auch an der Deutschen Oper in Hamburg sammelte er Erfahrungen. Darüber hinaus war er laut eigener Aussage bereits in Frankreich, Spanien und Asien tätig. In Franken arbeitet er derzeit mit dem Orchester-Klub Nürnberg 1893, dem ältesten Laiensymphonieorchester der Stadt. Außerdem leitet er den Kammerchor in Landsberg am Lech.

Auf die Stelle in Neustadt wurde er über eine Ausschreibung des Nordbayerischen Musikbundes aufmerksam. An der Stadtkapelle Frankenland schätzt er besonders „eine besondere Energie und eine starke Organisation“.

Dass er heute so sicher Deutsch spricht, kommt nicht von ungefähr: Schon in Kanada hatte er drei Jahre lang Deutsch gelernt. Für ihn sei klar gewesen, dass man klassische Musik kaum ernsthaft studieren und unterrichten könne, ohne die deutsche Sprache zu beherrschen. Unterstützung bekam er dabei wohl auch durch seine deutsch-französische Ehefrau.

Auch die Stadtkapelle selbst ging bei der Suche nach einem neuen Dirigenten sehr strukturiert vor. Vorsitzender Bastian Kistner berichtete von einem genauen Auswahlverfahren. Insgesamt gab es drei Bewerber – was laut Kistner in der heutigen Zeit durchaus bemerkenswert sei, da es für Laienorchester zunehmend schwierig werde, professionelle Dirigenten für solche Aufgaben zu gewinnen.

Alle Kandidaten wurden zu einem Probedirigat eingeladen. Dabei mussten sie jeweils fast zwei Stunden lang mit den Musikerinnen und Musikern der Kapelle verschiedene Stücke einstudieren. Im Anschluss wurden die Mitglieder der Stadtkapelle in einer offenen Gesprächsrunde aktiv in die Entscheidung eingebunden.

Am Ende stimmten die Musikerinnen und Musiker über ihren Favoriten ab. Rund 60 Prozent der Stimmen entfielen auf Étienne Lemieux-Després. Für den Vorstand war das eine absolute Mehrheit und zugleich ein deutliches Signal.

Bastian Kistner nennt mehrere Gründe für die Entscheidung: Zum einen überzeuge Lemieux-Després mit seiner großen Begeisterungsfähigkeit – sowohl am Dirigentenpult als auch im persönlichen Umgang. Es gelinge ihm hervorragend, seine Freude an der Musik auf das Orchester zu übertragen. Zum anderen passe er mit seiner offenen und herzlichen Art auch menschlich sehr gut zur Stadtkapelle. Hinzu komme seine hohe fachliche Qualifikation. Der Vorstand ist überzeugt, dass mit ihm der hohe musikalische Standard der vergangenen Jahre nicht nur gehalten, sondern weiterentwickelt werden kann.

Eine wichtige Rolle bei der Suche nach dem Nachfolger spielte auch der bisherige Dirigent Matthias Eckart. Er unterstützte die Stadtkapelle aktiv, war bei den Probedirigaten als Bewerter dabei und wirkte gemeinsam mit dem Vorstand an der finalen Entscheidung mit. Eckart selbst wird die Stadtkapelle Frankenland am Samstag, 25. April, ein letztes Mal dirigieren. Das Abschiedskonzert in der NeuStadtHalle beginnt um 19.30 Uhr.

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Kanadier mit perfektem Deutsch, Opernerfahrung aus Zürich und Salzburg und jetzt am Dirigentenpult in Neustadt – das klingt schon fast wie ein kultureller Hauptgewinn mit fränkischer Zugabe. Für die Stadtkapelle Frankenland ist die Verpflichtung ein starkes Signal. Und wer weiß: Vielleicht steckt im Namen „Der Beste in den Feldern“ ja wirklich ein gutes Omen – zumindest musikalisch stehen die Zeichen in Neustadt klar auf Aufschwung.

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Neustadt an der Aisch

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# „Willkommen in Deutschland“?! – Erfahrungen aus Scheinfeld sollen Kommunen im Landkreis helfen

Was tun, wenn plötzlich viele Geflüchtete vor Ort ankommen – und vieles schnell, pragmatisch und menschlich organisiert werden muss? Genau darüber haben Bernd Klatt und Thomas Kreitschmann vom Helferkreis Asyl der Stadt Scheinfeld jetzt bei der Bürgermeisterdienstversammlung im Neustädter Landratsamt gesprochen. Ihre Botschaft: Die nächste Flüchtlingslage kann jederzeit kommen – und dann hilft vor allem eines: vorbereitet sein.

Auch wenn die Notunterkunft für Asylsuchende in Scheinfeld bereits im September 2025 aufgelöst wurde, ist das Thema für die beiden Ehrenamtlichen längst nicht abgeschlossen. Mit Blick auf die weltweiten Krisen – etwa im Iran, im Gaza-Streifen, im Jemen oder im Sudan – sei klar, dass die Lage keineswegs dauerhaft entspannt ist.

Bei der Versammlung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Landkreises Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim gaben Klatt und Kreitschmann ihre Erfahrungen aus der praktischen Flüchtlingshilfe weiter. In Scheinfeld habe man damals viele Notsituationen erlebt – oft unvorbereitet und unter großem Zeitdruck. Dass die Stadt dadurch einmal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen würde, habe im Vorfeld kaum jemand erwartet.

Um andere Kommunen für mögliche ähnliche Situationen besser zu wappnen, brachten die beiden eine Broschüre mit in den Sitzungssaal. Sie trägt im Kern eine zentrale Frage: „Wie kann ich Geflüchtete sinnvoll unterstützen?“ Darin haben sie praktische Erfahrungen, Hinweise und Lösungsansätze aus der Scheinfelder Arbeit zusammengefasst.

Besonders deutlich wurde dabei: Die Ausgangslage ist für alle Beteiligten schwierig. Viele Geflüchtete kommen zunächst in Gemeinschaftsunterkünften unter, ohne sofortige Perspektive auf Arbeit oder eigenen Wohnraum. Gleichzeitig ist zu Beginn oft noch unklar, ob und wann ein Asylantrag bewilligt wird. Nach Ansicht des Helferkreises hängt ein gelingender Start in Deutschland aber vor allem an zwei Punkten: Sprachkenntnissen und dem Verständnis für die hiesige Kultur und Abläufe.

In Scheinfeld setzte man deshalb früh auf ein funktionierendes Netzwerk. Ziel war es, Probleme im Zusammenleben möglichst rasch zu erkennen und zu lösen. Die Devise lautete laut Helferkreis: nicht warten, sondern anpacken. Auch wenn nicht alles zufriedenstellend verlaufen sei und es Rückschläge gegeben habe, ziehen die Ehrenamtlichen insgesamt ein positives Fazit. Der Einsatz für ein friedliches und gerechtes Miteinander von Scheinfelder Bürgern und den Menschen in der Notunterkunft habe sich gelohnt.

Wichtig war dabei vor allem die Zusammenarbeit vieler Stellen: Sicherheitsbehörden, Kommune, Landratsamt und Ehrenamtliche arbeiteten in Scheinfeld eng zusammen. Dafür wurden verschiedene Kommunikationskreise gegründet. Ebenso entscheidend sei gewesen, die Zuständigkeiten auch für die Asylsuchenden selbst transparent zu machen.

Die Broschüre greift deshalb viele ganz praktische Fragen auf: Wie sieht eine Aufenthaltsgestattung aus? Was ist zu tun, wenn ein wichtiges Dokument verloren geht? Wie kommt man von Scheinfeld in andere Orte – und möglichst günstig? Wo befindet sich das Fundbüro? An wen wendet man sich, wenn im Zug etwas verloren wurde? Und ganz wesentlich: Was ist bei Krankheit zu tun?

Zusätzlich enthält das Heft eine Handreichung mit wichtigen Erläuterungen in Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch. Mit Schaubildern und verständlich aufbereiteten Informationen sollen erste Hürden im Alltag abgebaut werden. Auch Ansprechpartner – von der Polizei bis zu Sportvereinen – sind aufgeführt. Zudem wurden Hinweise zu Aufenthaltsrecht, Arbeit und Ausbildung aufgenommen.

Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zeigten sich teils überrascht, wie viele ganz grundlegende Informationen für neu angekommene Menschen im Alltag entscheidend sind – und wie hilfreich klare, einfache Orientierung sein kann.

Angesichts der weltweiten Krisen nahmen die Rathauschefs die Broschüre „Wie kann ich helfen – Erfahrungen für Helfer“ daher mit großem Interesse entgegen. Sie erhebt zwar keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann im Ernstfall aber eine wertvolle Unterstützung für Kommunen und Ehrenamtliche sein.

**Kommentar der Redaktion:**
Integration beginnt nicht erst beim Sprachkurs oder auf dem Arbeitsmarkt – sie beginnt oft schon bei den ganz einfachen Fragen des Alltags: Wo muss ich hin? Wer hilft mir? Wie funktioniert das hier überhaupt? Genau deshalb sind solche Erfahrungsberichte aus der Praxis so wertvoll. Sie ersetzen keine große Politik, aber sie helfen vor Ort ganz konkret weiter. Und manchmal ist genau das der Unterschied zwischen Chaos und einem halbwegs geordneten Start.

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**Babypflegekurs in Diespeck: KoKi macht werdende Eltern „startklar fürs Baby“**

Die Vorfreude auf das Baby ist riesig – doch mit dem neuen Familienmitglied kommen auch viele ganz praktische Fragen auf junge Familien zu. Genau hier setzt ein Babypflegekurs in Diespeck an, den die KoKi des Landratsamts Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim gemeinsam mit dem Familienstützpunkt Diespeck anbietet.

Unter dem Titel **„STARTKLAR FÜRS BABY!“** findet am **Donnerstag, 2. Juli 2026, von 9:30 bis etwa 13:30 Uhr** ein vierstündiger Kurs im **evangelischen Gemeindehaus Diespeck, Am Kirchberg 10, 91456 Diespeck** statt.

Im Kurs erhalten werdende Eltern viele hilfreiche Informationen und praktische Tipps für den Alltag mit einem Neugeborenen. Themen sind unter anderem **Wickeln, Baden, Körperpflege, Anziehen, Stillen oder Fläschchen geben, Schlafen** sowie das **richtige Halten eines Babys**. Begleitet wird der Kurs von einer erfahrenen **Familienhebamme** und einer **Fachkraft der KoKi**.

Auch die Praxis kommt nicht zu kurz: Mit Hilfe von Puppen können Handgriffe direkt ausprobiert und geübt werden. Natürlich bleibt dabei auch genügend Zeit für persönliche Fragen, die werdende Eltern rund um die erste Zeit mit dem Baby beschäftigen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb ist eine **Anmeldung unbedingt erforderlich**. Willkommen sind nicht nur werdende Mütter und Väter, sondern auch **Paare gemeinsam** sowie **werdende Omas und Opas**, die ihr Wissen auffrischen möchten.

**Anmeldung bei der KoKi:**
Telefon: **09161 92-2541**
E-Mail: **koki@kreis-nea.de**

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Angebot, das im Alltag wirklich helfen kann – denn zwischen Vorfreude, Babyzimmer und Namenssuche merkt man oft erst spät, wie viele ganz praktische Dinge mit einem Neugeborenen plötzlich wichtig werden. Und ja: Ein Baby richtig zu halten, sieht oft leichter aus, als es am Anfang tatsächlich ist. Umso besser, wenn man das vorher schon einmal üben kann.

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Neustadt an der Aisch

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# Aufhübschung für die Wilhelmstraße

In der Wilhelmstraße wird seit kurzem gebaut: Im vorderen Bereich der Neustädter Haupteinkaufsstraße laufen die Arbeiten zur Erneuerung der Gehsteige. Für Fußgänger bedeutet das aktuell Umleitungen und etwas weniger Platz auf der Fahrbahn – langfristig soll die Straße damit aber sicherer und optisch ansprechender werden.

Hintergrund der Maßnahme ist ein Beschluss des Neustädter Stadtrats aus dem Januar 2025. Damals hatte die CSU-Fraktion beantragt, das teilweise unebene und in die Jahre gekommene Pflaster in der Wilhelmstraße zu erneuern. Begründet wurde das unter anderem mit Stolperfallen und einem wenig attraktiven Erscheinungsbild. Im Stadtrat gab es zwar grundsätzlich Zustimmung, allerdings auch Kritik: Vor allem aus der SPD kam der Einwand, dass die Pflasterarbeiten nicht isoliert betrachtet werden sollten.

Die dritte Bürgermeisterin Heike Gareis hatte sich damals für ein umfassendes Gesamtkonzept zur Aufwertung des innerstädtischen Straßenraums ausgesprochen – mit Blick auf Begrünung, Gestaltung und Wirtschaftlichkeit. Die CSU hielt dagegen, dass ein solches Konzept angesichts der finanziellen Lage der Stadt wohl noch auf sich warten lassen würde und die bestehenden Schäden deshalb nicht länger liegen bleiben sollten. Am Ende wurde der Antrag mit 17 zu 7 Stimmen beschlossen.

Mit einer schnellen Umsetzung bis zum Heimatfest 2025 wurde es dann allerdings nichts. Vertreter des städtischen Bauamts erklärten nun vor Ort, dass der Auftrag erst im Herbst 2025 vergeben werden konnte und die beauftragte Firma aus Losaurach erst jetzt mit den Arbeiten begonnen hat.

Geplant ist, auf der südlichen Seite der Wilhelmstraße – beginnend am Plärrer – die alten Platten auszubauen und durch neues Pflaster zu ersetzen. Schritt für Schritt arbeiten sich die Bauarbeiter dann in Richtung Marktplatz vor. Ein Bereich vor dem Eckgebäude, in dem sich bis vor wenigen Monaten noch ein Juwelier befand, bleibt zunächst außen vor. Dort ist nach Angaben der Stadt eine umfassende Sanierung oder ein Umbau angekündigt, weshalb eine sofortige Pflasterung wenig sinnvoll wäre.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der südliche Gehsteig im Juni fertig sein. Dabei muss die Stadt allerdings auch Rücksicht auf angekündigte Fassadenarbeiten nehmen: Zwischen der Bäckerei am Plärrer und der Einmündung in die Nürnberger Straße sollen in den nächsten Wochen noch zwei Gerüste aufgestellt werden. Im weiteren Bauverlauf sollen Fußgänger nicht mehr auf die Straße umgeleitet werden müssen – dann sollen abschnittsweise die Parkbuchten als Ausweichfläche genutzt werden. Dafür werden jedoch jeweils einige Parkplätze vorübergehend entfallen.

Im Juli soll dann die nördliche Seite der Wilhelmstraße an die Reihe kommen. Ein kleiner Abschnitt vor dem Tacco und einem Nachbargebäude muss dabei nicht mehr bearbeitet werden, weil dieser im Zuge der Glasfaserverlegung bereits neu und laut Bauamt „sehr ordentlich“ gepflastert wurde.

Bis Ende August oder Mitte September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Insgesamt werden rund 1.200 Quadratmeter Gehweg neu gepflastert. Die Kosten liegen laut Vergabepreis bei knapp 178.000 Euro.

**Kommentar der Redaktion:**
Manchmal mahlen die Mühlen der Kommunalpolitik eben etwas langsamer als ein Presslufthammer. Aber: Lieber spät ordentlich gepflastert als dauerhaft über schiefe Platten gestolpert. Wenn am Ende die Wilhelmstraße sicherer wird und auch noch besser aussieht, ist das für Neustadt sicher keine schlechte Investition – auch wenn der Weg dorthin fast so lang war wie manche Diskussion im Stadtrat.

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Emskirchen

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# Nach fast 80 Jahren: SPD verabschiedet sich aus dem Emskirchner Marktgemeinderat

Ein stiller, aber geschichtsträchtiger Moment spielte sich am 17. April im Sitzungssaal des Emskirchner Rathauses ab: Nach fast 80 Jahren endet die kommunalpolitische Arbeit der SPD im Marktgemeinderat – zumindest vorerst. Damit geht ein Stück politischer Geschichte der Marktgemeinde zu Ende.

Am Ende der Sitzung ergriff Fraktionssprecher Christian Pöschl das Wort. Seine Rede war weit mehr als ein formeller Abschied: Sie war Rückblick, Dank und auch ein Moment der Wehmut.

„Heute ist für uns ein besonderer Tag“, sagte Pöschl und bestätigte damit, was sich bereits abgezeichnet hatte: Die SPD wird bei der kommenden Kommunalwahl in Emskirchen nicht mehr antreten. Der Grund sei nicht fehlendes Engagement oder ein Mangel an Ideen, sondern ganz schlicht die Tatsache, dass nicht genügend Kandidatinnen und Kandidaten gefunden werden konnten.

Ein sachlicher Grund – mit weitreichender Bedeutung.

Denn über nahezu acht Jahrzehnte hinweg war die SPD fester Bestandteil des Marktgemeinderats in Emskirchen. Auch ohne eigenen Bürgermeister stellte sie über all die Jahre eine politische Kraft dar, die mitdiskutierte, mitentschied und Mitverantwortung für die Entwicklung der Gemeinde übernahm. „Wir haben die Entwicklung unserer Gemeinde mitgestaltet“, so Pöschl.

Der Abschied erfolgte ohne laute Töne und ohne Bitterkeit. Stattdessen stand der Dank im Mittelpunkt: an frühere und aktuelle Wegbegleiter, an die Verwaltung, an die Kolleginnen und Kollegen der anderen Fraktionen und besonders an die Bürgerinnen und Bürger, die der SPD über Jahrzehnte hinweg ihr Vertrauen geschenkt hatten.

Ganz schließen wollte Pöschl die Tür allerdings nicht. In seiner Rede machte er deutlich, dass er auf eine Rückkehr der SPD in einigen Jahren hofft. Denn politische Vielfalt, unterschiedliche Sichtweisen und auch sachliche Reibung seien wichtige Grundlagen einer lebendigen Demokratie.

Mit dem Willy-Brandt-Zitat „Mehr Demokratie wagen“ schlug er schließlich den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft.

So bleibt nach dieser Sitzung mehr als nur das Ende einer Fraktion. Es bleibt die Erkenntnis, dass in Emskirchen ein bedeutendes Kapitel kommunalpolitischer Geschichte zu Ende geht.

**Kommentar der Redaktion:**
Fast 80 Jahre im Marktgemeinderat – das ist keine Randnotiz, das ist ein echtes Stück Emskirchner Geschichte. Parteien kommen und gehen, Mehrheiten wechseln, Themen ändern sich – aber über so einen langen Zeitraum dabei zu sein, verdient Respekt. Und wer Kommunalpolitik kennt, weiß: Das ist selten Glamour, oft zähe Arbeit, viele Sitzungen und manchmal Diskussionen über Dinge, bei denen man sich fragt, warum ein Bordstein mehr Emotionen auslösen kann als ein Bundestagswahlkampf. Gerade deshalb ist es schade, wenn politische Vielfalt vor Ort kleiner wird. Demokratie lebt eben nicht davon, dass alle einer Meinung sind – sondern dass überhaupt noch genug Leute mitmachen.

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