9. Mai 2026

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**Gemeinsame Gewerbegebiete im Landkreis? Landrat will Wirtschaft auf neues Niveau heben**

Der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim will wirtschaftlich stärker werden – und setzt dabei auf mehr Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. Landrat Dr. Christian von Dobschütz und die Wirtschaftsförderung denken über interkommunale Gewerbegebiete nach, um künftig auch größere Unternehmen in die Region zu holen. Die Idee: Kommunen sollen Flächen, Stärken und Chancen bündeln – und damit gemeinsam attraktiver für Investoren werden.

Schon heute haben viele bekannte Unternehmen ihren Sitz im Landkreis, etwa in den Bereichen Musik, Fahrzeugtechnik oder Sportartikel. Trotzdem liegt die Region bei der Wirtschaftskraft im bayernweiten Vergleich bislang eher im unteren Bereich. Nach Ansicht des Landrats könnte sich das künftig ändern. Zwei große Standortvorteile nennt er dabei besonders: Zum einen soll das Wasserstoff-Kernnetz durch den Landkreis verlaufen, zum anderen ist die Region gut an Autobahnen und Bundesstraßen angebunden – etwa über die A7 bei Langensteinach und die A3 bei Burghaslach.

Im Landratsamt laufen deshalb Überlegungen, welche Flächen im Landkreis für größere gewerbliche Entwicklungen geeignet wären. Solche Flächen seien bereits in den Blick genommen worden. Da sie jedoch in der Regel nicht dem Landkreis selbst gehören, sieht sich das Landratsamt eher als Vermittler, Unterstützer und Vermarkter.

Dr. Christian von Dobschütz betont, dass er alle 38 Kommunen im Landkreis und das Landratsamt als Partner auf Augenhöhe verstehe. Genau darin liege auch die Chance: Das Landratsamt könne Kontakte knüpfen, auf Messen und Netzwerktreffen werben und den Landkreis als Wirtschaftsstandort stärker sichtbar machen. Sein Ziel ist es, „Frankens Mehrregion“ auch als Wirtschaftsregion zu positionieren.

Einfach werde das allerdings nicht. Denn gerade beim Thema Gewerbegebiete spielt die kommunale Selbstverwaltung eine große Rolle. Dennoch ist der Landrat überzeugt, dass viele Gemeinden offen für neue Modelle sein dürften – auch weil zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen dringend gebraucht werden.

Unterstützung bekommt er dabei von Claus Seifert, dem früheren Bürgermeister von Scheinfeld, der nun in der Wirtschaftsförderung des Landkreises tätig ist. Seifert plädiert dafür, frühere Anfragen von Unternehmen systematisch auszuwerten. Denn Interesse an Ansiedlungen habe es in den vergangenen Jahren durchaus gegeben. Nun müsse man gezielt klären, ob und wo größere Unternehmen im Landkreis angesiedelt werden sollen.

Bislang seien größere Firmenansiedlungen oft eher zufällig entstanden. Das soll sich ändern. Seifert und seine Kollegin Julia Tschadarow wollen eine klare Struktur und Strategie entwickeln, um gezielt auch größere Unternehmen anzusprechen. Der Landkreis versteht sich dabei als „Entwicklungspartner“ und „Türöffner“. Ziel sei es auch, schwieriger nutzbare Flächen sinnvoll zu entwickeln.

Darüber hinaus könnte der Landkreis auch bei stockenden Projekten unterstützen, vermitteln und neue Impulse geben. Denkbar sei zudem, dass sich Landkreis und Kommunen Kosten und Einnahmen solcher Vorhaben teilen.

Ein weiterer Faktor könnte in Zukunft die Energie sein. So könnten sich energieintensive Unternehmen gezielt entlang des Wasserstoff-Kernnetzes ansiedeln oder direkt von erneuerbaren Energien profitieren – etwa über Leitungen zu benachbarten Windkraftanlagen. Der im Landkreis erzeugte Überschuss an regenerativer Energie könnte damit zu einem echten Standortvorteil werden. Für Logistikunternehmen wären dagegen eher Flächen in Autobahnnähe interessant.

Ganz neu ist der Gedanke gemeinsamer Gewerbegebiete nicht. In einigen Kommunen gibt es bereits entsprechende Überlegungen. Bekannt sind etwa Gespräche zwischen Neustadt an der Aisch und Diespeck über ein mögliches gemeinsames Gewerbegebiet. Der Landrat verweist außerdem auf das Gewerbegebiet GollIpp, das als Beispiel für erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit gilt.

Die Vorstellung im Landratsamt geht sogar noch weiter: Einige dieser interkommunalen Gewerbegebiete könnten bis zur Planreife vorbereitet werden, sodass Genehmigungen bereits vorliegen. Das würde die Vermarktung deutlich erleichtern. Erschlossen werden sollen solche Flächen dann idealerweise erst dann, wenn konkrete Interessenten vorhanden sind. Claus Seifert spricht in diesem Zusammenhang von einem „Masterplan“.

Im Fokus stehen dabei nicht nur Unternehmen aus der Region, sondern vor allem auch größere externe Firmen aus der Metropolregion. Der Landkreis sei dort bisher wirtschaftlich zu wenig präsent, findet von Dobschütz. Das Bild von Karpfen und Bier allein reiche nicht aus – auch das Thema Wirtschaft müsse stärker mitgedacht werden. Die Metropolregion Nürnberg solle für den Landkreis ein „internationaler Anker“ werden, von dem man mehr profitieren müsse. Dazu könnten künftig auch Bürostandorte gehören.

Konkrete Projekte wurden bislang noch nicht vorgestellt. Nach Angaben des Landrats handelt es sich derzeit um erste Ideen, die nun mit den Kommunen besprochen werden sollen. Das langfristige Ziel ist jedoch klar: Aus „Frankens Mehrregion“ soll stärker auch eine echte Wirtschaftsregion werden.

**Kommentar der Redaktion:**
Die Idee klingt vernünftig: Wenn einzelne Kommunen allein zu klein sind für die ganz großen Ansiedlungen, warum dann nicht gemeinsam auftreten? Fläche hier, Geld dort, gute Lage da – am Ende könnte daraus tatsächlich ein schlüssiges Gesamtpaket werden. Entscheidend wird aber sein, ob aus den vielen guten Gedanken auch echte, konkrete Projekte werden. Denn zwischen „Masterplan“ und erstem Spatenstich liegt bekanntlich oft noch ein ordentliches Stück fränkischer Ackerboden.

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Emskirchen

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**Kirchweih-Termine 2024 in Emskirchen und Umgebung: Diese Feste stehen an**

In Emskirchen und den Ortsteilen gehört die Kirchweih für viele fest zum Jahreslauf dazu. Auch 2024 stehen wieder mehrere Termine an, bei denen gemeinsam gefeiert, gegessen und angestoßen werden kann. Wer sich die wichtigsten Daten schon einmal vormerken möchte, findet hier den Überblick über die Kirchweihen in der Region.

Den Auftakt macht die **Kirchweih in Neidhardswinden am Feuerwehrhaus** von **Donnerstag, 18. Juni, bis Montag, 22. Juni**.

Weiter geht es mit der **Kirchweih in Dürrnbuch am Haus der Bäuerin** von **Donnerstag, 9. Juli, bis Montag, 13. Juli**.

Die **Kirchweih in Emskirchen am Festplatz** wird von **Freitag, 28. August, bis Dienstag, 1. September** gefeiert.

Im September folgt die **Kirchweih in Mausdorf am Milchhaus** von **Donnerstag, 10. September, bis Sonntag, 13. September**.

Ebenfalls im September steht die **Kirchweih in Brunn am Schloss** auf dem Programm, und zwar von **Freitag, 18. September, bis Montag, 21. September**.

Den Abschluss der Kirchweih-Saison bildet die **Kirchweih in Rennhofen am Feuerwehrhaus** von **Donnerstag, 8. Oktober, bis Sonntag, 11. Oktober**.

Damit ist klar: In Emskirchen und Umgebung gibt es auch 2024 wieder einige Gelegenheiten, gemeinsam zu feiern und die Kirchweih-Tradition hochzuhalten.

**Kommentar der Redaktion:**
Kirchweih in der Region heißt nicht nur Festbetrieb, sondern auch ein gutes Stück Heimatgefühl. Und mal ehrlich: Wer in Franken lebt, weiß, dass ein Kalender ohne Kirchweihtermine zwar ordentlich aussieht, aber irgendwie unvollständig ist. Wer also feiern, Freunde treffen oder einfach die besondere Atmosphäre genießen möchte, sollte sich die Termine besser jetzt schon rot markieren.

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Neustadt an der Aisch

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**Weißes Gold hat Saison: Neustadt startet mit dem SpargelMarktPlatz in die Themenmarkt-Reihe**

Neustadt an der Aisch – In Neustadt dreht sich am kommenden Samstag, 9. Mai, wieder alles um das „weiße Gold“: Mit dem SpargelMarktPlatz beginnt von 9 bis 13 Uhr die diesjährige Themenmarkt-Reihe in der Kreisstadt. Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf fränkische Spezialitäten, regionale Produkte, Mitmachaktionen und ein unterhaltsames Rahmenprogramm rund um den Spargel freuen.

Rund um den Marktplatz wollen Gastronomiebetriebe und Marktstände das beliebte Stangengemüse auch in diesem Jahr in unterschiedlichsten Varianten anbieten. Wie die Stadt Neustadt in einer Mitteilung an die Redaktion berichtet, ist auch die Eisdiele Il Centro wieder mit einer besonderen Spezialität dabei: Spargeleis.

Neben den kulinarischen Angeboten gibt es auch handwerklich und kreativ etwas zu entdecken. Ein Scherenschleifer wird vor Ort Messer und Scheren wieder auf Vordermann bringen, während seine Ehefrau handgefertigte Kränze und Dekoartikel anbietet.

Auch für Kinder ist etwas geboten: Der Seniorenrat der Stadt Neustadt hat ein Mitmachprogramm vorbereitet. Gerade mit Blick auf den nahenden Muttertag könnte sich der Besuch also auch für Familien lohnen – vielleicht entsteht dabei sogar noch ein selbstgemachtes Geschenk.

Die offizielle Eröffnung ist für 10 Uhr geplant. Dann sprechen Neustadts neuer Bürgermeister Alexander Müller und die Fränkische Spargelkönigin Grußworte. Musikalisch begleitet wird der Auftakt vom Streicherensemble von Ralf Brösamle von der Musikschule im Landkreis.

Im Anschluss folgt der inzwischen beliebte Spargelschäl-Wettbewerb. Dabei treten die Bürgermeister der Kommunalen Allianz NeuStadt und Land gegeneinander an und zeigen, wer das Stangengemüse am schnellsten schälen kann. Für einige der neu gewählten Rathauschefs ist das zugleich eine eher ungewöhnliche erste Bewährungsprobe. Neben Alexander Müller sind erstmals auch Dietmar Rückert aus Gutenstetten, Thomas Jordan aus Münchsteinach und Johannes Hudezeck aus Baudenbach dabei.

Ergänzt wird das Programm durch den regulären Bauernmarkt rund um den Neptunbrunnen. Dort gibt es wie an jedem Samstag eine breite Auswahl an regionalen Frischeprodukten.

**Kommentar der Redaktion:**
Der SpargelMarktPlatz gehört in Neustadt längst zu den Terminen, bei denen Genuss, Stadtleben und ein bisschen Unterhaltung ganz gut zusammenpassen. Und seien wir ehrlich: Wenn Bürgermeister öffentlich Spargel schälen müssen, ist das für die Zuschauer mindestens genauso interessant wie für die Kandidaten selbst. Bleibt nur die spannende Frage, ob am Ende eher die Schältechnik oder doch die Nerven entscheiden.

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Hagenbüchach

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# Erst in die Kirche, dann an den Ratstisch

Mit einer kurzen Andacht in der Kilianskirche begann in Hagenbüchach die neue Wahlperiode des Gemeinderats – und auch bei der anschließenden konstituierenden Sitzung setzte sich dieser ruhige, harmonische Ton fort. Fast alle Entscheidungen im Gremium fielen einstimmig. Nur in einem Punkt gab es eine Abstimmung mit unterschiedlichen Lagern.

Der neu zusammengesetzte Gemeinderat kommt in der Wahlperiode bis 2032 auf zwölf Mitglieder, darunter gleich fünf neue Gesichter. Bürgermeister David Schneider (WIR für Hagenbüchach), der im Amt bestätigt wurde, vereidigte Heidrun Frenkler (SPD/Grüne), Joachim Jost und Andreas Weghorn (beide Hagenbüchach Gemeinsam Bewegen, HGB), Adrian Strauß (WIR) sowie Tobias Weiskirchen (CSU).

Schon früh war klar: Einen dritten Bürgermeister wird es in Hagenbüchach künftig nicht mehr geben. Laut Schneider hatte man sich dazu bereits im Vorfeld abgestimmt. Da nach der Gemeindeordnung nur ein Stellvertreter verpflichtend ist, wurde der Vorschlag ohne Gegenstimme angenommen.

Zum zweiten Bürgermeister wurde anschließend CSU-Gemeinderat Matthias Jung gewählt. Bürgermeister Schneider hatte ihn vorgeschlagen, Unterstützung kam auch von HGB-Sprecherin Susanne Sprenger. Sie verwies darauf, dass Jung bei der Gemeinderatswahl die meisten Stimmen aller Bewerber erhalten hatte. Das Ergebnis der geheimen Wahl fiel dann auch eindeutig aus: 13 gültige Stimmen, 13-mal Matthias Jung. Nach seiner Vereidigung bedankte sich Jung für das große Vertrauen und kündigte eine gute Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung an.

Die einzige nicht einstimmige Entscheidung des öffentlichen Sitzungsteils betraf die Vertretung, falls sowohl der erste als auch der zweite Bürgermeister gleichzeitig verhindert sein sollten. Hier war man sich zwar schnell einig, dass nur eine Person aus der Mitte des Gemeinderats diese Aufgabe übernehmen soll. Bei der Besetzung gab es dann aber zwei Vorschläge: Bürgermeister Schneider brachte Manuela Wurm (WIR) ins Spiel, HGB schlug Andreas Wegmann vor. In der offenen Abstimmung setzte sich Wurm mit zehn Stimmen durch, Wegmann erhielt die drei Stimmen der HGB-Räte.

Danach lief es wieder wie am Schnürchen. Ob bei Satzungen, der Besetzung der Ausschüsse oder bei den Entsendungen in die Versammlung der Verwaltungsgemeinschaft sowie in die Grund- und Mittelschulverbände – sämtliche Entscheidungen wurden einstimmig und ohne Diskussion getroffen.

Auch bei den Beauftragten für verschiedene Aufgabenbereiche zeigte sich das Gremium geschlossen. Adrian Strauß übernimmt den Bereich Jugend und Sport, Bernd Weghorn ist für Wege zuständig, Dagmar Ludwig für die KiTa. Die Zuständigkeit für Rad- und Wanderwege teilen sich Daniel Sperr und Andreas Weghorn. Neu geschaffen wurde außerdem das Amt für Senioren und Menschen mit Behinderung, das künftig Heidrun Frenkler übernimmt. Ebenfalls neu ist die Begleitung des Ferienprogramms. Dafür war zunächst Andreas Weghorn vorgesehen, der jedoch mit Verweis auf seine weiteren Aufgaben ablehnte und stattdessen Joachim Jost vorschlug. Dieser erklärte sich sofort bereit.

Für Bräuersdorf soll es künftig wieder einen Ortssprecher geben. Bürgermeister Schneider begründete das damit, dass die beiden bisherigen Ratsmitglieder aus dem Ort nicht mehr im Gemeinderat vertreten sind. Damit dafür kein eigener Bürgerantrag nötig wird, sollen die Bräuersdorfer nun direkt von der Gemeinde angeschrieben werden. Auch diesem Vorgehen stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

Ebenfalls einvernehmlich wurde bestätigt, dass Bürgermeister David Schneider auch weiterhin als Eheschließungsstandesbeamter im Standesamt der Verwaltungsgemeinschaft Hagenbüchach-Wilhelmsdorf tätig sein darf.

Eine Geschäftsordnung wurde ebenfalls einstimmig beschlossen. Schneider hatte zwar darauf hingewiesen, dass diese keine Satzung im rechtlichen Sinne sei, aber dennoch bindend. Bemerkenswert dabei: In der Beschlussvorlage war von einer Entscheidung „nach eingehender Aussprache“ die Rede – tatsächlich meldete sich dazu jedoch niemand zu Wort.

Unverändert bleibt auch, dass die Mitglieder des Gemeinderats für ihre Arbeit keine Entschädigung erhalten. Vor der Abstimmung bat das neue Ratsmitglied Heidrun Frenkler um eine Erläuterung. Schneider erklärte, die Kosten für Einladungen zu Kärwa und Weihnachtsfeier lägen in etwa auf demselben Niveau wie mögliche Sitzungsgelder. Zudem würden diese gemeinsamen Treffen den Zusammenhalt stärken. Aus dem Gremium war zu hören, die Anerkennung für das Ehrenamt komme „anderswoher“. Frenkler wollte ihre Nachfrage dennoch als Denkanstoß verstanden wissen – gerade mit Blick auf Menschen mit Care-Arbeit oder Alleinerziehende, für die ein politisches Ehrenamt mit zusätzlichen organisatorischen und finanziellen Belastungen verbunden sein könne.

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Gemeinderat, der mit einer Andacht startet und sich dann durch fast alle Tagesordnungspunkte ohne große Reibung arbeitet – das hat schon Seltenheitswert. In Hagenbüchach scheint man zum Start der neuen Periode vor allem auf Geschlossenheit zu setzen. Spannend bleibt, ob diese Harmonie auch dann trägt, wenn es künftig um Themen geht, bei denen es nicht nur um Personalien und Formalien, sondern um echte Richtungsentscheidungen für die Gemeinde geht. Ein kleiner Denkanstoß kam ja bereits von Heidrun Frenkler beim Thema Entschädigung für Ratsmitglieder. Das wirkte bodenständig, aber durchaus wichtig. Denn Ehrenamt ist ehrenwert – sollte aber nicht nur für die machbar sein, die es sich leisten können.

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Markt Erlbach

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# Wildmobil zu Gast im Abenteuerwald

Wie fühlt sich Biberfell an? Woran erkennt man einen Feldhasen? Und warum sind Waschbären eigentlich bei uns unterwegs? Im evangelischen Waldkindergarten „Abenteuerwald“ in Markt Erlbach gab es jetzt jede Menge spannende Antworten auf genau solche Fragen – und einiges zum Staunen noch dazu.

Am Dienstag bekam der Kindergarten am Bäckerholz besonderen Besuch: Norbert Wanka, Vorsitzender des Jägervereins Neustadt/Aisch und Umgebung, brachte das Wildmobil der Jägervereinigung Ansbach mit. Der Anhänger ist mit zahlreichen Tierpräparaten bestückt und zeigt heimische Wildtiere sowie Arten, die andernorts in Bayern vorkommen. Nach seinen Angaben war das Wildmobil damit erstmals im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim im Einsatz.

Für die rund 30 Kinder des Waldkindergartens, die dort ab drei Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden, war der Besuch eine besondere Gelegenheit, Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen. Manche kannten sie bereits aus dem Wald, andere sorgten für große Augen.

Schon vor dem Termin hatte Kindergartenleiterin Birgit Schiener mit den Kindern über den Unterschied zwischen Feldhase und Wildkaninchen gesprochen. Entsprechend sicher wussten viele bereits Bescheid: Feldhasen sind größer, leben eher allein und sind an ihren langen Ohren gut zu erkennen. Wildkaninchen dagegen sind kleiner, gesellige Gruppentiere und leben in unterirdischen Bauten. Der Feldhase sucht Schutz in einer Mulde – der sogenannten „Sasse“.

Zu sehen gab es im Wildmobil unter anderem Reh, Fuchs, Spechte, Feldhase, Wildkaninchen und verschiedene Raubvögel. Besonders beeindruckend war für viele Kinder der Biber. Norbert Wanka erklärte dazu, dass das größte Nagetier Europas rund 60.000 Haare pro Quadratzentimeter besitzt – ein natürlicher Kälteschutz. In einer Biberburg können bis zu zwölf Familienmitglieder zusammenleben. Auch seine kräftigen orangefarbenen Zähne sorgten für Aufmerksamkeit: Sie wachsen ständig nach.

Spannend wurde es auch bei den nachtaktiven Tieren. Neben Eulen und Uhus ging es dabei um Wildschweine. Wanka erklärte, dass diese ursprünglich tagaktiv gewesen seien. Erst durch den Einfluss des Menschen und intensive Bejagung hätten sie sich zunehmend in die Nacht zurückgezogen.

Auch der Waschbär war Thema. Dass das Tier ursprünglich aus Nordamerika stammt, war vielen nicht bekannt. Seine Verbreitung in Deutschland geht laut Wanka auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück, als Tiere aus einer beschädigten Pelztierfarm bei Kassel entkamen und sich anschließend stark vermehrten.

Weitere Stationen im Wildmobil waren unter anderem Marder, Rehbock, Habicht, verschiedene Greifvögel sowie Tiere, die nicht direkt aus dem Landkreis stammen – etwa Gams und Auerhahn. Letzterer kam laut Wanka früher auch im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim vor, verschwand jedoch, als er hier keinen geeigneten Lebensraum mehr fand.

Besonders anschaulich wurde der Besuch durch viele kleine Details: von den Krallen des Alpenschneehuhns bis zu den Gehörnen der Rehböcke. Für zusätzliche Neugier sorgten außerdem Fühlkisten, mit denen die Kinder ihr Wissen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Händen entdecken konnten.

Im Waldkindergarten geht es damit spannend weiter: Als Nächstes soll ein Förster den Kindern seine Arbeit im Wald vorstellen.

**Kommentar der Redaktion:**
Solche Besuche zeigen, wie spannend Heimat direkt vor der eigenen Nase sein kann – oder in diesem Fall im Waldkindergarten. Wer schon früh lernt, wie Tiere leben, wie sie sich unterscheiden und warum manche Arten verschwinden, schaut später vielleicht mit ganz anderen Augen durch Feld und Wald. Und ganz ehrlich: Ein Biber mit 60.000 Haaren pro Quadratzentimeter hat selbst gegen manch flauschige Winterjacke gute Karten.

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