# Neues HLF 20 in Diespeck feierlich vorgestellt: Investition in Sicherheit und Ehrenamt
Diespeck hat gefeiert – und zwar nicht nur ein neues Feuerwehrauto, sondern ein starkes Zeichen für Sicherheit, Zusammenhalt und Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen Kräften vor Ort. Beim Tag der offenen Tür wurde das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 offiziell eingeweiht und gesegnet. Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, das moderne Einsatzfahrzeug aus nächster Nähe zu begutachten.
Für die Freiwillige Feuerwehr Diespeck ist die Indienststellung des neuen Fahrzeugs ein besonderer Meilenstein. Kommandant Bernd Bogner machte deutlich, welche Bedeutung das HLF 20 für die Wehr und die gesamte Gemeinde hat. Es ersetzt das bisherige LF 16/12 aus dem Jahr 1996, das über viele Jahre zuverlässig im Einsatz war, inzwischen aber altersbedingt an seine Grenzen kam. Für Bogner ist es zugleich ein markanter Punkt in seiner bisherigen Amtszeit: In den vergangenen 14 Jahren als Kommandant wurde damit der komplette Fuhrpark der Feuerwehr erneuert.
Bogner betonte, dass nicht nur der Verschleiß des bisherigen Fahrzeugs ausschlaggebend für die Neubeschaffung gewesen sei. Auch die Anforderungen an die Feuerwehren hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Einsätze seien vielseitiger, technischer und anspruchsvoller geworden. Mit dem neuen HLF 20 verfüge die Feuerwehr nun über ein Fahrzeug auf aktuellem Stand der Technik, das für verschiedenste Einsatzlagen gerüstet ist und zugleich mehr Sicherheit für die Einsatzkräfte bietet. Seinen Dank richtete er ausdrücklich an die Gemeinde Diespeck für diese wichtige und zukunftsorientierte Investition.
Auch Bürgermeister Markus Helmreich unterstrich die Bedeutung des neuen Fahrzeugs. Es sei weit mehr als nur ein Fahrzeug aus Stahl, Technik und Blaulicht. Vielmehr stehe es für Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und sei ein unverzichtbares Arbeitsmittel für diejenigen, die helfen, wenn andere Hilfe brauchen. Zugleich sei die Anschaffung auch ein deutliches Zeichen der Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrdienstleistenden.
Die Beschaffung des HLF 20 war bereits im Februar 2021 durch den Gemeinderat beschlossen worden. Zwei Jahre später erfolgte die Vergabe. Wie Helmreich erläuterte, lagen die Kosten bei rund 145.000 Euro für das Fahrgestell, 350.000 Euro für den Aufbau und 114.000 Euro für die Beladung. Insgesamt investierte die Gemeinde damit rund 610.000 Euro in das neue Fahrzeug. Möglich geworden sei dies nur mit entsprechenden Fördermitteln. Dennoch verbleibt für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 445.000 Euro.
Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang besonders Kommandant Bernd Bogner und dessen Stellvertreter Dominik Hieronymus, der urlaubsbedingt nicht anwesend war. Ebenso hob er die Unterstützung des ehemaligen Kreisbrandinspektors Florian Sacher hervor, der im Rahmen seiner Tätigkeit in der VG-Verwaltung maßgeblich an den Ausschreibungen beteiligt war.
Landratsstellvertreter Reinhard Streng erinnerte daran, dass auch das modernste Fahrzeug allein noch keinen Einsatz fährt. Entscheidend seien immer die Menschen, die es bedienen, ihr Wissen, ihre Ausbildung und ihre Einsatzbereitschaft. Die Anforderungen an die Feuerwehren hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Wo früher oft Wasser, Pumpe und Schlauch genügten, seien heute deutlich komplexere Gefahrenlagen zu bewältigen. Umso wichtiger seien motivierte und gut ausgebildete Feuerwehrleute.
Für einen der unterhaltsamsten Momente der Veranstaltung sorgte Kreisbrandrat Florian Brandt. Er erzählte, dass er als Kind sechs Jahre in Diespeck gelebt habe und dort offenbar schon früh von der Feuerwehr begeistert worden sei. Bei seiner Mutter hänge bis heute ein Foto in der Küche, das ihn als kleinen Jungen mit einem damaligen Diespecker Feuerwehrfahrzeug zeigt. Mit einem Augenzwinkern richtete er an die Diespecker Wehr die Bemerkung: „Ihr seid also schuld.“ Gleichzeitig lobte er die Verantwortlichen für die sorgfältige Auswahl und Ausstattung des neuen Fahrzeugs.
Zu den Gästen zählte auch Harry Scheuenstuhl, der sowohl als BRK-Kreisvorsitzender als auch als SPD-Landtagsabgeordneter vor Ort war. Beim Anblick des neuen Fahrzeugs und der in Diespeck spürbaren Kameradschaft könne man fast neidisch werden, sagte er. Die lange Planungs- und Beschaffungsphase sei mit viel Arbeit verbunden gewesen und verdiene großen Respekt. Die Investition sei gut angelegtes Geld, auch weil das Ehrenamt den Kommunen in vielen Bereichen enorme Kosten erspare.
Mit dem neuen HLF 20 ist die Feuerwehr Diespeck nun technisch auf dem neuesten Stand und für kommende Einsätze gut gerüstet. Die feierliche Vorstellung zeigte aber auch: Hinter jedem modernen Feuerwehrfahrzeug stehen vor allem Menschen, die ihre Freizeit für das Wohl der Allgemeinheit einsetzen.
**Kommentar der Redaktion:**
Ein Feuerwehrauto für 610.000 Euro klingt im ersten Moment nach einer gewaltigen Summe. Wenn man aber sieht, was heute alles an Technik, Ausrüstung und Sicherheitsstandards nötig ist, wird schnell klar: Das ist kein Luxus, sondern ein Werkzeugkasten auf Rädern für den Ernstfall. Und wenn dann noch ein Kreisbrandrat erzählt, die Diespecker seien irgendwie „schuld“ an seiner Feuerwehrkarriere, merkt man: Feuerwehr ist eben nicht nur Technik, sondern oft auch Kindheitsprägung, Gemeinschaft und ein bisschen Herzblut mit Martinshorn.