Autorenname: C. Pöschl

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HitlergrussGerichtThermeWordPress

# Wegen Hitlergruß vor Gericht

## Vier Zeugen und Videoaufnahme bringen nur teilweise Klarheit – beim zweiten Mal sah das Gericht die Grenze überschritten

**Neustadt/Berlin Windsheim** – War es nur eine abwehrende Geste oder doch ein strafbarer Hitlergruß? Mit dieser Frage hat sich das Amtsgericht Neustadt an der Aisch beschäftigt. Im Mittelpunkt stand ein Vorfall in der Franken-Therme Bad Windsheim aus dem Mai des vergangenen Jahres. Mehrere Zeugen und eine Videoaufnahme der Überwachungskamera sollten Licht ins Geschehen bringen – am Ende kam das Gericht zu einem klaren Ergebnis: Beim zweiten Armheben lag nach Auffassung von Richter und Staatsanwaltschaft eine Straftat vor.

Nach Angaben eines Zeugen, der den Vorfall später auch zur Anzeige brachte, hatte er im Foyer der Therme auf seine Frau gewartet, als ein Mann an der Kasse laut geworden sei. Schließlich sei dieser unvermittelt auf ihn zugegangen, habe ihn massiv beschimpft und sich später sogar provokant mit dem bekleideten Hinterteil zu ihm gedreht. Diese Szene war laut Gericht auch auf der Videoaufnahme aus dem Ausgangsbereich zu erkennen.

Der 50-jährige Zeuge sagte vor Gericht außerdem aus, dass der Angeklagte nicht nur einmal, sondern ein weiteres Mal den Hitlergruß gezeigt habe. Gerade das Video spielte in der Verhandlung eine wichtige Rolle. Richter Dr. Sebastian Grimm betonte, dass man nicht in die Köpfe der Beteiligten schauen könne – deshalb sei die Aufnahme als Beweismittel besonders wichtig gewesen.

Der 44-jährige Angeklagte, ein deutsch-türkischer Mann, wies den Vorwurf entschieden zurück. Er erklärte, er gehöre nicht zur rechtsextremen Szene und verwies dabei auch auf seinen Migrationshintergrund. Gemeinsam mit seiner Verteidigerin machte er geltend, dass es sich bei den Armbewegungen lediglich um Abwehrgesten gehandelt habe. Hintergrund sei ein Eifersuchtsstreit mit seiner Freundin gewesen, in den sich der Zeuge eingemischt habe. Auch die Freundin des Angeklagten bestätigte diese Darstellung und beschrieb ihn als temperamentvollen Menschen, der viel gestikuliere.

Auf den Videoaufnahmen war laut Gericht zu sehen, dass der Angeklagte den Arm insgesamt dreimal hob. Die Bewertung dieser Bewegungen stand im Zentrum der Verhandlung. Während die Verteidigung auf missverständliche Gesten plädierte, blieb der Zeuge bei seiner Darstellung: Der Mann sei in Rage gewesen und habe eindeutig den Hitlergruß gezeigt.

Im Prozess wurden außerdem ein Polizeibeamter und eine Mitarbeiterin der Therme als Zeugen gehört. Letztere konnte nur angeben, dass der Angeklagte wohl alkoholisiert gewesen sei. Auch die Verteidigung verwies auf die mögliche enthemmende Wirkung von Alkohol. Der Angeklagte selbst erklärte, er könne sich an den Vorfall nicht erinnern.

Staatsanwalt Dennis Reizammer forderte eine Verurteilung zu 90 Tagessätzen wegen Beleidigung und der Verwendung eines Kennzeichens verfassungswidriger Organisationen. Nach seiner Einschätzung sei vor allem die zweite Armbewegung eindeutig strafbar gewesen. Richter Grimm folgte dieser Linie im Kern. Er hielt es für möglich, dass der Angeklagte nach einer ersten Bewegung vom Zeugen angesprochen wurde und dann mit einer zweiten Geste bewusst verdeutlichen wollte, wie ein Hitlergruß aussieht.

Das Gericht verurteilte den 44-Jährigen schließlich zu **60 Tagessätzen à 60 Euro**. Der Mann war bislang nicht vorbestraft und war auch zuvor nicht als Rechtsextremist in Erscheinung getreten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Neustadt an der Aisch

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# Mit Pop, Groove und ganz viel Freude am Singen: „Choralle“ startet Kinder-Projektchor in Neustadt

Singen, Rhythmus spüren, gemeinsam auf der Bühne stehen – und das ganz ohne Teilnahmegebühr: In Neustadt an der Aisch startet der Pop-Jazz-Chor „Choralle“ mit „Choralle Junior“ ein neues Nachwuchsprojekt für Kinder der 3. und 4. Klasse. Vom 12. Juni bis zum 25. Juli sollen junge Sängerinnen und Sänger Popmusik mit allen Sinnen erleben – mit einem Abschlusskonzert in der NeuStadtHalle als Höhepunkt.

Mit dem Projekt will der Verein gezielt musikalischen Nachwuchs in Neustadt und Umgebung fördern. Nach Angaben des Leitungsteams geht es dabei nicht nur um ein kurzfristiges Angebot, sondern um eine wichtige Investition in die Zukunft der regionalen Kulturlandschaft. Wenn der Projektchor gut angenommen wird, soll „Choralle Junior“ dauerhaft als eigene Abteilung aufgebaut werden.

Die musikalische Leitung übernimmt Julia Pregartner. Die Neustädter Sängerin, Musiklehrerin und Musikpädagogin wird dabei von Stefanie Langmann sowie dem Chorleiter-Duo des Hauptchores, Sabine Brendel-Köhler und Simon Schoierer, unterstützt.

Im Mittelpunkt steht dabei mehr als nur das gemeinsame Singen. Laut „Choralle“ umfasst das pädagogische Konzept auch eine gesunde Stimmentwicklung, Body Percussion und das Heranführen an mehrstimmiges Singen. Gleichzeitig sollen Rhythmusgefühl, soziale Kompetenz und Selbstvertrauen der Kinder gestärkt werden.

Eingeladen sind alle interessierten Grundschulkinder der 3. und 4. Klasse – Vorkenntnisse sind nicht nötig. Entscheidend sind vor allem die Freude an Musik und die Lust, gemeinsam mit anderen etwas auf die Beine zu stellen.

Das Projekt endet mit einem feierlichen Abschlusskonzert am Samstag, 25. Juli, in der NeuStadtHalle. Dort können die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, was sie in den Wochen zuvor erarbeitet haben. Als besonderes Extra wird auch der große Chor „Choralle“ mit einigen Stücken auf der Bühne zu hören sein.

## Alle wichtigen Informationen auf einen Blick

– **Zielgruppe:** Kinder der 3. und 4. Klasse
– **Proben:** 12. Juni bis 24. Juli, immer freitags von 16 bis 17 Uhr
– **Probenort:** Ansbacher Straße 5, Neustadt an der Aisch
– **Abschlusskonzert:** Samstag, 25. Juli, in der NeuStadtHalle

Dank regionaler Förderer ist die Teilnahme kostenlos.

Anmeldungen sind ab sofort möglich:
**Telefon / WhatsApp:** 0176/99820820
**E-Mail:** choralle.net@gmail.com
**Weitere Infos:** www.choralle.net

**Kommentar der Redaktion:**
Ein Kinderchor ist immer auch ein bisschen Zukunftsmusik – im besten Sinn. Gerade in einer Zeit, in der viele Freizeitangebote um Aufmerksamkeit konkurrieren, ist so ein Projekt ein starkes Signal für kulturelle Nachwuchsarbeit vor Ort. Und ganz ehrlich: Wenn Kinder mit Begeisterung singen, Rhythmus lernen und gemeinsam etwas aufführen, dann ist das vermutlich sinnvoller als noch eine Stunde mehr vor irgendeinem Bildschirm. Neustadt kann sich freuen, wenn hier vielleicht gerade die nächste Generation von Bühnenprofis – oder zumindest von sehr glücklichen Hobbymusikern – heranwächst.

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Neuhof an der Zenn

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# Zweimal fast derselbe Unfall am Pfingstsonntag

## Mehrere Einsätze für Feuerwehren und Rettungsdienste rund um Neuhof, Neuselingsbach und Markt Erlbach

**Neuselingsbach/Markt Erlbach** – Für die Einsatzkräfte im Zenngrund und in Markt Erlbach verlief der Pfingstsonntag alles andere als ruhig. Gleich mehrere Einsätze hielten Feuerwehren, Rettungsdienst und Polizei auf Trab – darunter ein schwerer Verkehrsunfall bei Neuselingsbach, der in erstaunlicher Weise an einen fast identischen Vorfall vor wenigen Wochen erinnert.

Gegen 14.15 Uhr kam es auf der Strecke zwischen Neuhof und Neuselingsbach zu einem spektakulären Unfall. Ein 57-jähriger Autofahrer war auf der Gefällstrecke in Richtung Neuhof aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Sein Wagen durchbrach die Leitplanke, stürzte mehrere Meter durch dichtes Gebüsch eine Wiese hinab und überschlug sich dabei mehrfach. Das Auto blieb schließlich völlig zerstört auf dem Dach liegen.

Der Fahrer war im Fahrzeug eingeschlossen, jedoch nicht eingeklemmt. Die Feuerwehren aus Neuhof und Markt Erlbach sicherten das Auto, stellten den Brandschutz sicher und befreiten den Mann aus dem Wagen. Der Rettungsdienst war mit Rettungswagen und Notarzt vor Ort, zudem landete auch ein Rettungshubschrauber an der Einsatzstelle. Der 57-Jährige wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Polizei entstand am Fahrzeug ein Schaden von rund 20.000 Euro, an der zerstörten Leitplanke weitere 5.000 Euro. Der zuständige Straßenbaulastträger wurde informiert.

Besonders bemerkenswert: Bereits am 15. April hatte sich auf derselben Strecke nahezu derselbe Unfall ereignet. Auch damals durchbrach ein Auto die Leitplanke, überschlug sich mehrfach und blieb neben der Straße liegen. Auch damals musste der Fahrer aus dem Fahrzeug befreit werden, ohne eingeklemmt zu sein. Und auch damals war der Fahrer 57 Jahre alt. Wie die Polizei bestätigte, handelte es sich tatsächlich um denselben Mann.

Schon zuvor war die Feuerwehr Markt Erlbach am Pfingstsonntag bei einem weiteren Unfall gefordert. Zwischen Markt Erlbach und Linden stießen ein Auto und ein Motorrad zusammen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war eine 59-jährige Autofahrerin in Richtung Linden unterwegs und wollte auf Höhe eines Feldwegs wenden. Als sie anschließend wieder auf die Staatsstraße einfuhr, übersah sie offenbar das aus Richtung Markt Erlbach kommende Motorrad. Der 56-jährige Motorradfahrer prallte in die Fahrerseite des Autos.

Zunächst war nur von leichten Verletzungen die Rede, am Montag korrigierte die Polizei diese Einschätzung jedoch: Der Motorradfahrer erlitt schwere Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Am Motorrad entstand ein Schaden von etwa 12.000 Euro, am Auto von rund 5.000 Euro. Für die Dauer des Einsatzes musste die Straße für etwa eine halbe Stunde voll gesperrt werden.

Und als wäre das nicht schon genug gewesen, kam noch ein weiterer Einsatz hinzu: Während die Feuerwehr Neuhof eigentlich auf dem Weg zu einem gemeldeten Waldbrand war, wurde sie nur wenige Minuten später zum Unfall bei Neuselingsbach umalarmiert. Den Brand übernahmen deshalb die Feuerwehren aus Obernzenn, Buch und Trautskirchen.

Nach Angaben von Kreisfeuerwehrsprecher Rainer Weiskirchen standen rund 30 Quadratmeter Wiese in Flammen. Das Feuer drohte auf einen angrenzenden Wald überzugreifen. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hatten Landwirte bereits mit Pulverlöschern erste Maßnahmen ergriffen und mit einem Grubber eine Schneise zum Wald gezogen. Die Feuerwehren löschten den Brand mit C-Rohren ab und kontrollierten die Fläche anschließend mit einer Wärmebildkamera. Nach etwa einer Stunde war der Einsatz beendet.

*Foto: FFW Markt Erlbach (Facebook)*

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Diespeck

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**Betrunkene Radfahrerin stürzt bei Diespeck**

Am Sonntagnachmittag ist es bei Diespeck zu einem Fahrradunfall gekommen. Eine 45-jährige Frau war auf einem Flurweg bergab in Richtung der B470 unterwegs, als sie stürzte. Glück im Unglück: Nach Angaben der Polizei erlitt sie dabei keine schweren Verletzungen.

Wie die Polizeiinspektion Neustadt mitteilt, ereignete sich der Unfall gegen 16 Uhr. Die Frau zog sich bei dem Sturz Schürfwunden zu. Bei der Unfallaufnahme bemerkten die Beamten Alkoholgeruch. Ein durchgeführter Vortest ergab laut Polizei einen Wert von mehr als zwei Promille.

Die 45-Jährige muss sich nun wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten.

Foto: KIbased

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Neustadt an der Aisch

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**Hühnerstall in Neustadt: Spätestens nach dem Pfingstwochenende kein Geheimtipp mehr**

Wer an den sonnigen Pfingsttagen in Neustadt unterwegs war, kam am Hühnerstall kaum vorbei: Der Biergarten an der Aisch war bestens besucht und hat sich damit endgültig vom Geheimtipp zum beliebten Treffpunkt entwickelt.

Unter schattigen Bäumen, direkt am Wasser und bei bestem Wetter zog es viele Neustädterinnen und Neustädter in den Biergarten. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto – der Hühnerstall war aus allen Richtungen gut frequentiert. Vor allem die entspannte Atmosphäre, die schöne Lage und das leckere Essen machten den Besuch für viele zum perfekten Ausflugsziel am Feiertagswochenende.

Gerade an solchen Tagen zeigt sich, wie gefragt Orte sind, an denen man einfach mal abschalten, gut essen und das schöne Wetter genießen kann. Der Hühnerstall hat dabei offensichtlich genau den Nerv vieler Gäste getroffen.

**Kommentar der Redaktion:**
Wenn ein Biergarten in Neustadt an einem sonnigen Feiertagswochenende so gut angenommen wird, dann spricht das meist für drei Dinge: gute Lage, gutes Essen und das Gefühl, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und wer direkt an der Aisch unter Bäumen sitzen kann, braucht für Urlaubsstimmung manchmal gar nicht weiter wegzufahren. Neustadt kann eben auch Kurzurlaub vor der Haustür.

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**Mit offenen Ohren durch den Landkreis: Vogelstimmenwanderungen in Burghaslach und Weigenheim begeistern Naturfreunde**

Wenn früh am Morgen nicht das Handy, sondern Amsel, Pirol und Kleiber den Ton angeben, dann wird selbst das Aufstehen um sieben plötzlich ganz erträglich. Bei zwei Vogelstimmenwanderungen in Burghaslach und Weigenheim konnten Naturfreunde in diesem Mai die heimische Vogelwelt ganz nah erleben – mit spannenden Beobachtungen, seltenen Arten und vielen Infos rund um Natur, Landschaft und Artenvielfalt.

Den Auftakt machte am 2. Mai 2026 eine Vogelstimmenführung in Burghaslach. Trotz frischer neun Grad trafen sich bereits um 7:00 Uhr 13 naturinteressierte Teilnehmer, um gemeinsam mit Vogelexperte Hans Seitz die Umgebung rund um Burghaslach zu erkunden. Entlang des Kneippwegs konnten dabei insgesamt 41 verschiedene Vogelarten gehört oder beobachtet werden.

Neben bekannten heimischen Arten wie der Amsel sorgte vor allem der Kleiber für Begeisterung, der direkt am Baum beobachtet werden konnte. Auch ein Wendehals ließ sich entdecken – für viele sicher ein besonderer Moment. Während der Tour erklärte Hans Seitz anschaulich, wie wichtig abwechslungsreiche Lebensräume für die Vogelwelt sind. Außerdem gab er praktische Tipps, wie sich Vogelstimmen künftig leichter unterscheiden lassen.

Die zweite Wanderung fand am Muttertag, dem 10. Mai 2026, in Weigenheim statt. Gemeinsam mit Naturexperte Richard Ittner und in Zusammenarbeit mit der LBV-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erkundeten die Teilnehmer die vielfältige Landschaft rund um den Kapellberg. Die etwa sieben Kilometer lange Tour führte durch Streuobstwiesen, an Waldrändern entlang und vorbei an Weinreben.

Auch hier gab es viel zu hören und zu entdecken: Besonders eindrucksvoll waren die Beobachtungen des Pirols sowie mehrerer Neuntöter. Insgesamt wurden 43 verschiedene Vogelarten wahrgenommen. Außerdem gelang es, alle drei in der Region vorkommenden Taubenarten festzustellen: Hohltaube, Turteltaube und Türkentaube. Neben den Vogelstimmen standen auch die heimische Pflanzenwelt, Streuobstwiesen und Schmetterlinge der Region im Mittelpunkt.

Organisiert wurden beide Führungen vom Landschaftspflegeverband Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim im Rahmen des Projekts **„Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion“**. Finanziert wird das Projekt über den Bayerischen Streuobstpakt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

**Kommentar der Redaktion:**
Solche Angebote zeigen einmal mehr, wie viel Natur direkt vor unserer Haustür steckt – man muss nur früh genug wach sein und vor allem mal hinhören. Während viele den Morgen mit Kaffee beginnen, starteten die Teilnehmer hier mit Pirol, Wendehals und Neuntöter. Gar kein schlechter Tausch. Gerade Streuobstwiesen, Waldränder und strukturreiche Landschaften sind für viele Arten überlebenswichtig – und für uns Menschen oft die schönsten Ecken im Landkreis. Wer einmal bewusst einer Vogelstimme zugehört hat, merkt schnell: Unsere Region hat nicht nur schöne Ansichten, sondern auch einen ziemlich guten Soundtrack.

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Neuhof an der Zenn

GemeinderatOrtsteileOrtssprecherWordPress

# Alle acht Ortsteile sollen mitreden können

Bei der konstituierenden Sitzung des Neuhöfer Gemeinderats wurden die Weichen für die neue Wahlperiode gestellt. Neben der Vereidigung der neuen Ratsmitglieder stand auch die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters auf der Tagesordnung. Ein besonderes Signal setzte das Gremium am Ende der Sitzung: Künftig sollen auch Ortsteile ohne eigenen Sitz im Gemeinderat stärker eingebunden werden.

Bürgermeisterin Claudia Wust gab den neuen und alten Ratsmitgliedern gleich zu Beginn einen klaren Auftrag mit auf den Weg. Sie appellierte daran, bei allen Entscheidungen immer das Wohl der Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger im Blick zu behalten. Nach ihren einleitenden Worten wurde es feierlich: Sieben der acht neu gewählten Gemeinderäte legten im Sitzungssaal ihren Eid ab und wurden damit offiziell in ihr Amt eingeführt.

Vereidigt wurden Stefan Burk, Jörg Hautmann, Silvia Heubeck, Andreas Schwemmer und Dr. Katrin Sill von CSU/Freie Bürger, Richard Schwemmer von den Freien Wählern sowie Stefan Kallert von der Bürgernahen Liste. Der neu gewählte Gemeinderat Heinz Thürauf von den Grünen konnte urlaubsbedingt nicht anwesend sein und soll in der Juni-Sitzung vereidigt werden.

Bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters setzte sich Manfred Pöhmerer deutlich durch. Er erhielt elf von 14 möglichen Stimmen. Auf Christian Berger entfielen zwei Stimmen, auf Richard Schwemmer eine. Zusätzlich entschied der Gemeinderat, noch zwei weitere Stellvertreter aus den eigenen Reihen zu benennen. Diese Aufgabe übernehmen künftig die beiden dienstältesten Gemeinderäte Lydia Stoll, die seit 30 Jahren dem Rat angehört, und Christian Berger mit 18 Jahren Ratserfahrung.

In der neuen Wahlperiode bleibt die bisherige Geschäftsordnung im Wesentlichen bestehen. Auch das Sitzungsgeld in Höhe von 15 Euro wird unverändert weitergezahlt. Eine Teilnahme an hybriden Sitzungen, also mit Zuschaltung per Internet, lehnte das Gremium einstimmig ab.

Bei den Ausschüssen gab es nur wenig zu besetzen, da die Gemeinde außer dem Rechnungsprüfungsausschuss keine weiteren Ausschüsse hat. In diesem Ausschuss, dem die Bürgermeisterin nicht angehören darf, wurden Heinz Thürauf als Vorsitzender sowie Jörg Hautmann, Stefan Kallert und Andreas Schwemmer benannt.

Auch die Vertretungen in verschiedenen überörtlichen Gremien wurden festgelegt. In der Verwaltungsgemeinschaft vertreten künftig Gerhard Enzner, Manfred Pöhmerer und Werner Winnerlein die Marktgemeinde. Für den Wasserverband Dillenberg wurden Stefan Burk und Richard Schwemmer bestimmt. Silvia Heubeck übernimmt die Vertretung im Abwasserverband Oberes Zenntal. Bürgermeisterin Claudia Wust ist kraft Amtes Mitglied in allen überörtlichen Gremien und vertritt Neuhof unter anderem im Schulverband, im Wasserverband Markt Erlbacher Gruppe und im Werkausschuss des Wasserverbands Dillenberg.

Einstimmig fiel schließlich auch ein Beschluss, der für mehrere Ortsteile von besonderer Bedeutung ist. Alle Ortsteile, die derzeit keinen eigenen Vertreter im Gemeinderat haben, sollen die Möglichkeit erhalten, einen Ortssprecher oder Ortsteilbeauftragten zu wählen. Das betrifft Unterfeldbrecht, Neuziegenrück, Neuselingsbach, Vockenroth und Hirschneuses. Diese Personen dürfen künftig an öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzungen teilnehmen und dort auch sprechen, haben aber kein Stimmrecht.

Bürgermeisterin Claudia Wust machte deutlich, dass ihr dieses Thema besonders wichtig ist. Ihr Ziel sei es, dass sich die ganze Gemeinde im Rat wiederfindet und alle Ortsteile eine Stimme bekommen. Dazu sollen nun entsprechende Schreiben an die betroffenen Orte gehen. Voraussetzung für die Wahl eines Ortssprechers ist, dass sich mindestens ein Drittel der Bewohner dafür ausspricht.

**Kommentar der Redaktion:**
Dass auch kleinere Ortsteile künftig mitreden können, ist ein starkes Signal. Denn gerade in Flächengemeinden gilt oft: Wer keinen Sitz im Rat hat, geht schnell im Tagesgeschäft unter. Natürlich ersetzt ein Ortssprecher kein Stimmrecht – aber bevor man gar nichts sagen darf, ist Rederecht schon mal deutlich mehr als nur Dorfgespräch am Gartenzaun. Und ganz ehrlich: Wenn alle acht Ortsteile gehört werden, dürfte das der Gemeinde am Ende mehr bringen als jede hybride Sitzung.

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Markt Erlbach

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**Markt Erlbach: Projektwoche an der Caspar-Löner-Schule zeigt, wie viele kleine Schritte Großes bewirken können**

Eine Woche lang drehte sich an der Caspar-Löner-Grund- und Mittelschule in Markt Erlbach alles um das Motto **„Jetzt WELTfair ÄNDERN!“**. Dabei ging es nicht nur um Theorie, sondern ganz konkret um die Frage, wie Kinder und Jugendliche im Alltag fair, regional und nachhaltig handeln können – und wie aus kleinen Ideen tatsächlich Veränderungen für Schule und Gemeinde entstehen.

Die Projektwoche knüpfte an eine frühere Aktion aus dem Jahr 2018 an. Damals war aus dem Engagement heraus die Fairtrade-Steuerungsgruppe entstanden, die Markt Erlbach schließlich zur Fairtrade-Gemeinde machte, wie Rektorin Tatjana Svarovsky und Konrektor Michael Reeg berichteten. Auch das damalige Faircafé an der Schule, das zwei Jahre lang Getränke und kleine Speisen aus fairem Handel anbot, bleibt in guter Erinnerung. Nun gibt es Überlegungen, dieses Angebot zumindest an einem Tag in der Woche wiederzubeleben.

Passend zum Schulalltag waren die Themen **fair, regional und nachhaltig** auch inhaltlich eng mit dem Unterricht verbunden. Laut Schulleiterin Svarovsky spielen sie in diesem Jahr sogar bei einer Prüfung zum M-Abschluss eine Rolle. Dass sich diese drei Aspekte nicht gegenseitig ausschließen müssen, habe auch der Verkauf von rund **500 Portionen „Laras Dorfeis“** an der Schule gezeigt.

Hinter der Aktion steht das Projekt **„Werde WELTfairÄnderer“**, das vom Jugendamt der Erzdiözese Bamberg und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend organisiert wird. Ehrenamtlich begleitet wurde die Woche von Studierenden aus dem Sozialbereich aus Bamberg, die während der Projekttage im katholischen Gemeindehaus gegenüber der Schule untergebracht waren. Ziel war es, die Schülerinnen und Schüler für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit zu sensibilisieren – und sie vor allem selbst ins Handeln zu bringen. Projektleiterin Carolin Bittner brachte es auf den Punkt: Es gehe darum, dass die Kinder nicht nur zuhören und mitreden, sondern selbst aktiv werden.

Ein zentraler Ort der Woche war ein Zelt mit dem Namen **„Unser Herzstück“**. Dort wurden den Kindern und Jugendlichen auf spielerische und erfahrungsorientierte Weise Themen rund um faires und nachhaltiges Handeln vermittelt. Nach Angaben der Veranstalter wurde das Projekt bereits mehrfach von der Unesco ausgezeichnet. Aus Bamberg war zu hören, dass die Markt Erlbacher Schülerinnen und Schüler bereits erstaunlich viel Vorwissen mitbrachten – etwa zu Mikroplastik – und großes Interesse zeigten, beispielsweise an der Frage gerechter Bezahlung von Arbeitenden. Joachim Waidmann von der Erzdiözese Bamberg bezeichnete die Caspar-Löner-Schule sogar als **„Blaupause für das Projekt“**.

Ein Höhepunkt war der Begegnungstag, bei dem die Klassen ihre Ergebnisse und Aktionen präsentierten. Nach Auskunft der Schule kamen rund **1000 Besucherinnen und Besucher**, um die vielfältigen Projekte zu erleben. Geboten waren unter anderem die Garten-AG, Müllentdecker und eine Müllausstellung, eine Upcycling-Bastelgruppe sowie klassische Spiele wie Eierlaufen, Sackhüpfen, Dosenwerfen, ein Kugelspiel und eine Schokoschaumkuss-Wurfmaschine. Daneben gab es ein faires Brettspiel, Rätsel rund um fairen Handel, ein Nachhaltigkeitsquiz, einen Bücher-, Spiele- und Flohmarkt, einen Mini-Radparcours, ein Barfußpad sowie kreative Mitmachangebote wie Plakate malen, Freundschaftsbänder knüpfen und Buttons gestalten.

Auch der Verkauf von fairem Eis, faire Produkte und Erste-Hilfe-Kurse gehörten zum Programm. Zudem beteiligte sich die Schule an der Aktion **„Brillen weltweit“**, die mit gespendeten Sehhilfen Menschen in ärmeren Regionen bessere Bildungschancen ermöglichen will. Unterstützung erhielt die Woche unter anderem von Elternbeiratsvorsitzender Mahizer Aras, Fördervereinsvorsitzender Ingrid Stotz sowie Laura Reiser vom Bayerischen Jugendring. Seit Herbst 2025 wird das Projekt zudem vom BJR gefördert.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß zeigte sich offen für die Eigeninitiative der Schule und für besondere Aktionen. In einer Diskussion rund um fairen Handel sprach sie allerdings auch einen kritischen Punkt an: So wurde beim Angebot eines Weltladens aus Fürth Zucker aus Paraguay zum Kaffee gereicht. Kreß verwies darauf, dass es auch im Landkreis Zuckerrübenbauern gebe, die wirtschaftlich stark unter Druck stünden. Der Hinweis von Fair-Café-Betreiber Andreas Schneider, dass durch den Verkauf die Lebensbedingungen lateinamerikanischer Zuckerproduzenten verbessert werden könnten, überzeugte sie unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nicht. Konrektor Michael Reeg brachte die Debatte schließlich treffend auf den Punkt: **Fairness ist ein komplexes Thema.**

**Kommentar der Redaktion:**
Genau das ist vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse aus so einer Woche: Fair, regional und nachhaltig passt oft wunderbar zusammen – aber eben nicht immer ganz ohne Reibung. Und wenn am Ende in Markt Erlbach sogar über Zucker aus Paraguay und Zuckerrüben aus dem Landkreis diskutiert wird, dann zeigt das vor allem eins: Die Kinder lernen hier nicht nur bunte Schlagworte, sondern echtes Nachdenken. Und das ist oft nachhaltiger als jedes Plakat – auch wenn Buttons natürlich trotzdem schöner glitzern.

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Neustadt an der Aisch

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## Neustädter Kreistag startet in neue Amtszeit – mehr Macht für Ausschüsse, Diskussionen um Stellvertreter und erste deutliche Reibungen

Mit vielen Formalien, aber auch klaren Signalen für die kommenden Jahre hat sich der neue Kreistag des Landkreises Neustadt an der Aisch – Bad Windsheim am Freitag konstituiert. Landrat Dr. Christian von Dobschütz machte dabei früh deutlich, wohin die Reise gehen soll: mehr Verantwortung in den Ausschüssen, neue Strukturen – und der Appell, angesichts großer Herausforderungen wie Finanzen und Kliniken keine „Schaufensterpolitik“ zu betreiben. Überschattet wurde die Sitzung allerdings von einer hitzigen Debatte bei den Wahlen der stellvertretenden Landräte.

Gleich zu Beginn wurden 17 neue Kreisrätinnen und Kreisräte vereidigt. Landrat von Dobschütz zitierte dabei den bekannten Satz, Politik sei „das Bohren dicker Bretter“ – und machte klar, dass im Landkreis aktuell besonders dicke Bretter auf dem Tisch liegen. Vor allem mit Blick auf die finanzielle Lage und die Situation der Kliniken forderte er eine sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit.

### Ausschüsse sollen künftig stärker entscheiden

Ein zentrales Signal der neuen Kreistagsarbeit: Die Ausschüsse erhalten mehr Kompetenzen. Künftig dürfen sie sogar eigenständig Beschlüsse bis zur Höhe des jeweiligen Haushaltsansatzes fassen. Außerdem werden die Zuständigkeiten teilweise neu zugeschnitten.

Auf Antrag der CSU wurde auch die Größe der meisten Ausschüsse erweitert: Statt bislang zwölf sitzen dort künftig 14 Mitglieder zusätzlich zum Landrat.

Veränderungen gibt es auch bei den Ausschüssen selbst. So wird der Sozialausschuss abgeschafft. Das stieß nicht überall auf Zustimmung. Gabi Schmidt (UWG) mahnte, dass soziale Themen trotzdem sichtbar bleiben müssten. Berichte etwa aus dem Jobcenter, der Jugendhilfe oder dem Jugendamt seien wichtig, um Entwicklungen im Landkreis richtig einschätzen zu können.

Mehr Gewicht erhalten dagegen Wirtschaftsthemen: Künftig gibt es einen Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Tourismus.

### Weniger Sitzungen vorgesehen – längere Fristen für Anträge

Auch die Geschäftsordnung wurde angepasst. Dort sind nun nur noch drei Kreistagssitzungen pro Jahr als Sollwert festgelegt – bisher waren es vier. Das sorgte bei einigen Räten für Unmut.

Zudem wird die Frist für Anträge von 14 auf 21 Tage verlängert. Begründet wurde das mit dem Wunsch, der Verwaltung mehr Zeit für die inhaltliche Vorbereitung zu geben. Gabi Schmidt äußerte auch hier Zweifel und verwies darauf, dass es oft kurzfristige Themen gebe. Eine so lange Frist sei aus ihrer Sicht ungewöhnlich.

Landrat von Dobschütz versuchte zu beruhigen: Ziel seien weiterhin vier Sitzungen jährlich. Auch wolle man Anträge nach Möglichkeit bereits in der nächsten Sitzung behandeln. Die längere Frist sei vor allem ein „Schutz der Verwaltung“.

### Kreisklausur im Herbst soll Ziele festlegen

Grundlage für die politische Arbeit der neuen Legislaturperiode soll eine Kreisklausur im Herbst werden. Dort sollen die Ziele des Landkreises definiert und ein Programm erarbeitet werden, das anschließend auch die Basis für die Haushaltsplanung bildet. Die Ergebnisse sollen dann direkt in die zuständigen Ausschüsse einfließen.

### Fraktionsstatus künftig erst ab drei Mitgliedern

Für Diskussionen sorgte auch eine neue Regelung zur Fraktionsstärke. Künftig gelten nur noch Parteien oder Gruppierungen mit mindestens drei Vertretern als Fraktion. Die Linke, die mit Chiara Kunze und Maria Streit im Kreistag sitzt, hatte beantragt, bereits zwei Personen als Fraktion anzuerkennen.

Kunze kritisierte, dass die neue Grenze unter anderem mit Sparzwängen begründet werde, während gleichzeitig die Entschädigung für Kreisräte von 60 auf 75 Euro pro Sitzung erhöht wurde. Landrat von Dobschütz verwies auf eine Orientierung an der Bundestagsregelung und betonte, die Änderung sei nicht gegen die Linke gerichtet. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

### Reinhard Streng erneut Stellvertreter des Landrats

Bei der Wahl des ersten Stellvertreters gab es dann ein klares Ergebnis: Reinhard Streng (FWG) aus Langenfeld wurde mit 50 zu 4 Stimmen gewählt. Er hatte dieses Amt bereits in der vergangenen Amtszeit inne.

Zuvor hatte der Landrat mit einem Augenzwinkern bemerkt, es sei „etwas einsam hier vorne“, da der Platz neben ihm noch leer sei.

### Debatte über Anzahl der Stellvertreter

Vor der Wahl weiterer Stellvertreter wurde noch einmal grundsätzlich diskutiert, ob es überhaupt drei Stellvertreter brauche. Harald Trabert (FWG) hatte – wie schon in der vergangenen Legislaturperiode – vorgeschlagen, aus Kostengründen auf einen Posten zu verzichten. Das wäre aus seiner Sicht auch ein Signal nach außen in finanziell schwierigen Zeiten.

Dem widersprachen mehrere Kreisräte deutlich. Jürgen Dierauff (CSU) betonte die Rolle der Stellvertreter als Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürgern. Auch Hans Herold sprach sich klar für den Erhalt aller Positionen aus und verwies darauf, dass das Amt zeitlich durchaus mit einem Halbtagsjob vergleichbar sei. Gerade bei Vereinsveranstaltungen sei die Präsenz eines Stellvertreters ein Zeichen der Wertschätzung.

Am Ende fand Traberts Vorschlag nur eine weitere Stimme Unterstützung.

### Ixmeier und Reichenberg gewählt – AfD-Rede sorgt für Eklat

Als erste weitere Stellvertreterin wurde anschließend Renate Ixmeier (CSU) aus Scheinfeld einstimmig gewählt.

Deutlich turbulenter wurde es dann bei der Wahl des zweiten weiteren Stellvertreters. Heike Gareis (SPD) schlug Ronald Reichenberg aus Bad Windsheim vor und lobte dessen kommunalpolitische Erfahrung, fachliche Kompetenz und Integrität.

Daraufhin ergriff Dr. Benno Bulitta (AfD) das Wort und erklärte, warum seine Fraktion den SPD-Kandidaten nicht unterstützen werde. In seiner Rede warf er der SPD und protestierenden Gruppen aus dem Kommunalwahlkampf ein antidemokratisches Verhalten vor. Er sprach von Diffamierungen, beleidigender Sprache und zog dabei auch weitreichende politische Vergleiche. Zudem kritisierte er das Verhalten von Gegendemonstranten bei AfD-Infoständen.

Landrat Dr. Christian von Dobschütz reagierte direkt und mahnte, im Kreistag keine Grundsatzdebatten aus Bundes- oder Landespolitik zu führen. Die Bürger erwarteten konkrete Arbeit für den Landkreis – nicht das Nachspielen überregionaler Konflikte. Auch David Muck (Grüne) und Gabi Schmidt (UWG) warnten vor solchen ideologischen Auseinandersetzungen im Gremium. CSU-Kreisrat Paul von und zu Franckenstein kritisierte zudem Störgeräusche während der Rede und mahnte zu einem geordneten Ablauf.

Bei der anschließenden Wahl setzte sich Ronald Reichenberg klar durch. Nur die AfD-Fraktion stimmte für ihren eigenen Kandidaten Armin Heinlein.

### Appell zum Schluss: Sachlich bleiben, Lösungen finden

Zum Ende der Sitzung warb Landrat von Dobschütz nochmals für ein gemeinsames Arbeiten im neuen Kreistag. Unterschiedliche Meinungen gehörten dazu, entscheidend sei aber, dass am Ende der Landkreis im Mittelpunkt stehe. Er forderte Sachlichkeit, Respekt und die Bereitschaft, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

### Kommentar der Redaktion

Der neue Kreistag hat gleich in seiner ersten Sitzung gezeigt, wie die nächsten Jahre laufen könnten: viel Strukturarbeit, viele finanzielle Fragen – und leider wohl auch immer wieder politische Scharmützel, die mit den eigentlichen Aufgaben im Landkreis nur bedingt zu tun haben. Dass Landrat von Dobschütz die Ausschüsse stärken will, klingt zunächst nach mehr Effizienz. Ob das am Ende wirklich zu schnelleren und besseren Entscheidungen führt, wird sich zeigen. Klar ist aber: Bei Kliniken, Haushalt und sozialer Entwicklung wird man keine Zeit für Showkämpfe haben.

Und vielleicht ist das ja die wichtigste Erkenntnis dieses Starts: Im Landkreis sind die Bretter tatsächlich dick. Da hilft am Ende weder großes Pathos noch Bundestags-Theater – sondern eher Bohrer, Geduld und am besten eine ruhige Hand.

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Neustadt an der Aisch

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**Neue Satzung im Neustädter Rathaus veröffentlicht: Was Bürgerinnen und Bürger jetzt wissen sollten**

Im Neustädter Rathaus gibt es eine wichtige Neuerung: Der Stadtrat hat eine Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts beschlossen. Klingt auf den ersten Blick sehr nach Amtsdeutsch – ist aber für das Zusammenleben und die Abläufe in der Stadt durchaus von Bedeutung. Denn solche Regelungen schaffen die Grundlage dafür, wie die Stadtverwaltung und der Stadtrat arbeiten.

Beschlossen wurde die Satzung am **11. Mai 2026**. Nun wurde sie auch offiziell bekanntgemacht. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die Unterlagen ab sofort im Rathaus einsehen.

Die Satzung liegt noch bis einschließlich **2. Juni 2026** während der allgemeinen Dienststunden im **Rathaus Neustadt an der Aisch, Marktplatz 5, 2. Stock, Zimmer 25** aus.

Veröffentlicht wurde die amtliche Bekanntmachung durch die Stadtverwaltung Neustadt an der Aisch. Unterzeichnet ist sie von **Erstem Bürgermeister Alexander Müller**.

Auch wenn solche Veröffentlichungen oft etwas sperrig wirken, betreffen sie letztlich die Grundlagen der Kommunalpolitik vor Ort – also genau die Regeln, nach denen im Rathaus gearbeitet und entschieden wird. Für Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Arbeit des Stadtrats und die Organisation der Stadt interessieren, ist die Einsichtnahme daher durchaus sinnvoll.

**Kommentar der Redaktion:**
Ja, Gemeindeverfassungsrecht klingt ungefähr so spannend wie ein ungefragter Blick in die Bedienungsanleitung der Heizung. Aber genau solche Satzungen regeln, wie die Stadt vor Ort funktioniert – also kein unwichtiges Papier für die Schublade. Wer mehr Transparenz im Rathaus fordert, sollte bei solchen Bekanntmachungen zumindest einmal hinschauen. Denn Kommunalpolitik beginnt nicht erst bei großen Debatten, sondern oft bei genau den Regeln, die kaum jemand freiwillig liest.

Quelle: Stadt Neustadt an der Aisch, www.neustadt-aisch.de/aktuelles
(c) Bild: Rathaus Neustadt an der Aisch

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## Aus drei mach eins: Berufsschulzentren im Landkreis fusionieren ab August

Im Landkreis Neustadt an der Aisch–Bad Windsheim steht eine wichtige Veränderung in der beruflichen Bildung bevor: Die drei Staatlichen Berufsschulzentren in Neustadt a.d.Aisch, Bad Windsheim und Scheinfeld werden zum 1. August 2026 unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt. Für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Betriebe in der Region soll das neue Strukturen schaffen und die berufliche Ausbildung langfristig stärken.

Die Standorte selbst bleiben dabei erhalten. Zusammengelegt wird nicht der Unterricht vor Ort, sondern vor allem die organisatorische Leitung. Ziel ist es, vorhandene Kompetenzen besser zu bündeln, die Zusammenarbeit auszubauen und die berufliche Bildung im Landkreis zukunftsfest aufzustellen.

Bei der öffentlichen Bekanntgabe am Freitag, 15. Mai, in der Aula des Staatlichen Berufsschulzentrums in Neustadt a.d.Aisch sprach Landrat Dr. Christian von Dobschütz von einem wichtigen Schritt für den Landkreis. Der Zusammenschluss ermögliche einen leistungsstarken und zentralen Lernort für die berufliche Bildung. Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass die neuen Möglichkeiten gut genutzt werden.

Die Gesamtleitung des neuen gemeinsamen Berufsschulzentrums übernimmt Christina Müller, die bislang das Berufsschulzentrum in Neustadt a.d.Aisch geleitet hat. Sie machte deutlich, dass bei der Fusion vor allem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Es gehe um die Fachkräfte von morgen im Landkreis – und sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler könnten von den neuen Gestaltungsspielräumen profitieren.

Auch aus Sicht der Schülerschaft wurde der Zusammenschluss grundsätzlich positiv aufgenommen. Stephanie Stinson, Schülersprecherin des Berufsschulzentrums in Scheinfeld, erklärte, man freue sich auf die Fusion und hoffe, dass die Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten Vertreter der drei Berufsschulzentren dem Landrat symbolische Geschenke: einen Teelichterhalter, ein Glas Honig sowie ein Bild aus einem Demokratie-Projekt. Christina Müller fasste die Stimmung schließlich mit einem klaren Appell zusammen: Es sei ein historischer Tag für die Schulen – nun gelte es, das Beste daraus zu machen.

**Kommentar der Redaktion:**
Drei Schulen, eine Leitung – das klingt erst einmal nach Verwaltungssprache, ist aber für den Landkreis durchaus ein spannender Schritt. Wenn die Zusammenarbeit klappt, können am Ende Schüler, Lehrkräfte und auch die Betriebe in der Region profitieren. Entscheidend wird sein, dass trotz gemeinsamer Führung keiner der Standorte das Gefühl bekommt, nur noch die „Außenstelle“ zu sein. Anders gesagt: Fusion ja – aber bitte ohne Verlust des regionalen Profils. Wenn das gelingt, könnte aus „Aus drei mach eins“ tatsächlich ein echtes Erfolgsmodell werden.

*Quelle: Landratsamt Neustadt a.d.Aisch–Bad Windsheim / kreis-nea.de*

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Neuhof an der Zenn

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# Mehrere Straßensperrungen in und um Neuhof an der Zenn: Das müssen Autofahrer jetzt wissen

Wer in den kommenden Wochen rund um Neuhof an der Zenn unterwegs ist, sollte etwas mehr Zeit einplanen. Das Rathaus informiert über mehrere aktuelle Straßensperrungen und Behinderungen, die sowohl den Verkehr zwischen Ortsteilen als auch innerorts betreffen. Betroffen sind Oberfeldbrecht, Stöckach sowie Bereiche in Neuhof an der Zenn selbst.

## Sperrung Oberfeldbrecht – Stöckach
Bereits seit dem 6. Mai 2026 und noch bis zum 22. Mai 2026 kommt es im Bereich Oberfeldbrecht – Stöckach zu einer Sperrung.

Die offizielle Bekanntmachung dazu gibt es hier:
https://www.neuhof-zenn.de/fileadmin/Dateien/Microsite/Markt_Neuhof/Bilder/Bauamt/Sperrungen/sperrung_gabelung_gvs_stoeckach_-_oberfeldbrecht.pdf

## Schul- und Lindenstraße betroffen
Ab dem 18. Mai 2026 bis voraussichtlich 7. August 2026 gibt es außerdem Einschränkungen in der Schul- und Lindenstraße. Hier läuft der 2. Bauabschnitt, weshalb Verkehrsteilnehmer ebenfalls mit Umleitungen und Behinderungen rechnen müssen.

Die offizielle Bekanntmachung dazu gibt es hier:
https://www.neuhof-zenn.de/fileadmin/Dateien/Microsite/Markt_Neuhof/Bilder/Bauamt/Sperrungen/artikel_umleitung_schulstrasse_2._bauabschnitt.pdf

## Torhaus in Neuhof an der Zenn kurzzeitig gesperrt
Eine weitere Sperrung betrifft das Torhaus in Neuhof an der Zenn. Diese gilt vom 26. Mai 2026 bis zum 29. Mai 2026.

Die offizielle Bekanntmachung dazu gibt es hier:
https://www.neuhof-zenn.de/fileadmin/Dateien/VG_Neuhof/Dateien/Ver%C3%B6ffentlichungen_z._B._Kirchweih/sperrung_torhaus_hauptstrasse.pdf

Gerade für Anwohner, Pendler und alle, die regelmäßig durch Neuhof an der Zenn fahren, lohnt sich vorab ein Blick auf die jeweiligen Bekanntmachungen und Umleitungsregelungen.

**Kommentar der Redaktion:**
Baustellen sind selten ein Grund für Begeisterung – außer vielleicht für Stoßdämpfer-Hersteller. Aber: Wenn am Ende Straßen, Leitungen oder Wege in besserem Zustand sind, ist die vorübergehende Geduldsprobe meist gut investiert. Unser Tipp: Lieber einmal mehr auf die Umleitungsschilder schauen als aus Gewohnheit direkt in die Sperrung rollen.

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Diespeck

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## Neue Broschüre, laufende Projekte und der Blick nach vorn: LAG Aischgrund tagte in Diespeck

Im neuen Begegnungshaus in Diespeck hat die LAG Aischgrund jetzt ihre Mitgliederversammlung abgehalten – und dabei nicht nur auf abgeschlossene und laufende Projekte geblickt, sondern auch auf die Zukunft der Leader-Förderung. Mitgebracht hatte Vorsitzender Klaus Meier außerdem druckfrisch eine neue Broschüre über die Figurenbeuten im Aischgrund. Klar wurde bei der Versammlung: In der Region wurde in den vergangenen Jahren viel bewegt – doch für die kommenden Jahre braucht es weiter Rückhalt für das Förderprogramm.

Wie die LAG Aischgrund mitteilt, stellt die neue Broschüre insgesamt elf Figurenbeuten zwischen Lonnerstadt und Bad Windsheim vor. Viele dieser Holzskulpturen konnten mit Unterstützung aus dem Leader-Programm umgesetzt werden. Gestaltet wurden sie von der Nürnberger Imkerin und Künstlerin Birgit Jönsson.

Auch bei den Ausstellungen ist weiter einiges in Bewegung. Die Mühlenausstellung ist derzeit erneut im Aischgrund unterwegs und wurde erstmals auch in Seniorenheimen gezeigt – mit guter Resonanz. Aktuell ist sie in der Kunstmühle in Lonnerstadt zu sehen, ab dem 10. Juni dann in der Stöckacher Mühle. Bereits im Frühjahr 2025 präsentierte der Höchstadter Spix-Verein zudem die Entdecker-Ausstellung der LAG Aischgrund im Kaupper-Haus am Marktplatz.

LAG-Geschäftsführerin Anne Billenstein zog in der Sitzung Bilanz zur vergangenen Förderperiode. Demnach wurden 69 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 4,25 Millionen Euro beantragt. Ausbezahlt wurden letztlich 3,41 Millionen Euro. Als Beispiele für umgesetzte Vorhaben nannte sie das Streuobsterlebniszentrum „Bernatura“ in Burgbernheim, das Bürgerzentrum in Steinach an der Ens sowie das evangelische Gemeindehaus in Bad Windsheim.

In der laufenden Förderperiode standen insgesamt 1,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der Großteil davon ist bereits gebunden, rund 400.000 Euro können aber noch für neue Projekte beantragt werden. Leader-Anträge sind noch bis Januar 2027 möglich, bis Ende 2028 müssen die Maßnahmen dann vollständig abgerechnet sein.

Mehrere Projekte wurden bereits abgeschlossen. Dazu gehören der Inklusionsspielplatz in Neustadt an der Aisch, der Bikepark in Wachenroth sowie das Nutzungs- und Betriebskonzept für die Synagoge in Mühlhausen. Hinzu kommen kleinere Vorhaben wie der Bücherschrank in Neustadt, die Außentischtennisplatte in Peppenhöchstädt und der Lagercontainer des Imkervereins 1880 Bad Windsheim.

Klaus Meier berichtete außerdem vom bereits erfolgten Spatenstich für den „Turm der Regionen“, der die Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim bereichern soll. Das Projekt wird von den drei Lokalen Aktionsgruppen Aischgrund, Rangau und Südlicher Steigerwald mitfinanziert. Ziel sei es, auch über die Landesgartenschau hinaus touristische Impulse für die Region zu schaffen. Landrat und LAG-Vorstandsmitglied Dr. Christian von Dobschütz brachte ergänzend ins Spiel, dass der Turm möglicherweise sogar eine Rutsche für Kinder bekommen könnte.

Mit aktuell 350 Mitgliedern wächst die LAG Aischgrund leicht weiter. Noch offen ist allerdings, wie die Leader-Förderung nach der aktuellen Phase konkret ausgestaltet wird. Nach Einschätzung von Klaus Meier und Koordinator Ekkehard Eisenhut ist davon auszugehen, dass künftig weniger Mittel zur Verfügung stehen könnten. Umso wichtiger sei es, dass sich die politischen Vertreterinnen und Vertreter der Region für den Fortbestand des Programms in seiner bisherigen Form einsetzen.

### Kommentar der Redaktion:
Wenn man sich anschaut, was mit Leader-Geldern in der Region alles entstanden ist, dann sieht man schnell: Das sind keine trockenen Fördertöpfe, sondern oft ganz konkrete Projekte, die vor Ort etwas verändern. Vom Spielplatz bis zur Ausstellung, vom Gemeindehaus bis zum Aussichtsturm. Natürlich klingt „Lokale Aktionsgruppe“ erstmal nicht nach Partykracher – aber am Ende steckt dahinter ziemlich viel für die Lebensqualität im ländlichen Raum. Und wenn am „Turm der Regionen“ wirklich noch eine Rutsche kommt, dann ist das wahrscheinlich die charmanteste Form von Regionalentwicklung, die man sich vorstellen kann.

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Neustadt an der Aisch

NeustadtStadtratSitzungWordPress

**Stadtrat in Neustadt tagt am Mittwoch: Diese Themen stehen im Rathaus auf dem Tisch**

Im Neustädter Rathaus wird es am Mittwochabend wieder politisch: Am 20. Mai 2026 kommt der Stadtrat von Neustadt an der Aisch zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Beginn ist um 19 Uhr im großen Sitzungssaal. Für Bürgerinnen und Bürger ist das eine gute Gelegenheit, einen Blick auf die Themen zu werfen, die die Stadt in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen.

Auf der Tagesordnung stehen diesmal mehrere Punkte, die für Neustadt ganz konkret von Bedeutung sind. Nach der Genehmigung der Niederschrift und dem Bericht des Bürgermeisters geht es unter anderem um ein Pilotprojekt zum Erosionsschutz in der Schwammregion Aisch, Aurach & Zenn. Dahinter steckt ein Thema, das durch Wetterextreme, Starkregen und den Umgang mit Wasser in der Landschaft immer wichtiger wird.

Auch im sozialen Bereich wird beraten: Der Stadtrat beschäftigt sich mit der Bezuschussung und dem Defizitausgleich für die AWO-Mittagsbetreuung. Zudem sollen Vertreter für den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz benannt werden.

Ein weiterer größerer Punkt betrifft das Verkehrskonzept der Stadt. Hier steht eine erneute Prüfung, Beratung und Entscheidung über Maßnahmen zur Umgestaltung von Straßenräumen an. Ebenfalls auf der Agenda: die Einrichtung einer Haltestelle für Standard-Linienbusse auf oder unmittelbar an der Klinikfläche, damit eine barrierefreie Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sichergestellt werden kann.

Darüber hinaus wird über einen Bauantrag für den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinen- und Lagerhalle in der Gemarkung Herrnneuses beraten. Bei den Vergaben geht es unter anderem um die Sanierung der Markgrafenhalle sowie um die Straßenverbreiterung und den Bau eines Geh- und Radwegs in der Markgrafenstraße im Bereich des REWE-Neubaus.

Nach dem öffentlichen Teil folgt anschließend noch eine nichtöffentliche Sitzung.

**Die Tagesordnung im Überblick:**
1. Genehmigung der öffentlichen Niederschrift vom 29.04.2026
2. Bericht des Bürgermeisters
3. Vorstellung und Beschluss zur Erosionsschutz-Kooperation als Pilotprojekt in der Schwammregion Aisch, Aurach & Zenn
4. Bezuschussung und Defizitausgleich AWO Mittagsbetreuung
5. Benennung der Vertreter für den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz
6. Erneute Prüfung, Beratung und Entscheidung über die unter Punkt 7 des Verkehrskonzepts „Umgestaltung von Straßenräumen“ vorgestellten Maßnahmen
7. Einrichtung einer Haltestelle für Standard-Linienbusse auf bzw. unmittelbar an der Klinikfläche zur Sicherstellung einer barrierefreien ÖPNV-Anbindung
8. Bauantrag für den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinen- und Lagerhalle auf dem Grundstück Flurnummer 321 der Gemarkung Herrnneuses
9. Vergaben
9.1 Sanierung Markgrafenhalle: Bevollmächtigung des Ersten Bürgermeisters und seiner Stellvertreter zur Vergabe von Aufträgen für den Bauabschnitt 5
9.2 Straßenverbreiterung und Bau eines Geh- und Radwegs in der Markgrafenstraße im Bereich REWE-Neubau
10. Anfragen

**Kommentar der Redaktion:**
Kommunalpolitik wirkt auf den ersten Blick manchmal unspektakulär – bis man merkt, dass genau dort über Busanbindung, Kinderbetreuung, Straßen, Radwege und Bauprojekte entschieden wird. Also über vieles, was den Alltag direkt betrifft. Oder anders gesagt: Im Rathaus fällt selten weltbewegende Politik an, aber oft genau die, über die man sich später am Gartenzaun, beim Einkaufen oder im Auto auf dem Weg durch die Stadt unterhält.

Quelle: Stadt Neustadt an der Aisch
Bild: Rathaus Neustadt an der Aisch

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Neustadt an der Aisch

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# Neues aus dem NaAZA-Gebiet: Sitzungen, Vorträge, Begegnungstag und Millionenförderung für Kommunen

In den kommenden Tagen ist im NaAZA-Gebiet und darüber hinaus im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim einiges geboten: von der konstituierenden Gemeinderatssitzung in Neuhof über einen Begegnungstag in Markt Erlbach bis hin zu wichtigen Beratungen in Neustadt und Wilhelmsdorf. Dazu kommen interessante Vorträge – und gute Nachrichten für viele Kommunen, denn der Freistaat Bayern stellt für Hochbauprojekte im Landkreis fast 3,7 Millionen Euro bereit.

## Neuhöfer Gemeinderat startet in die neue Amtszeit

In **Neuhof** kommt der neu gewählte Gemeinderat am **Dienstag, 19. Mai, um 18.30 Uhr** im Sitzungssaal des Rathauses zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Verabschiedung der ausgeschiedenen sowie die Vereidigung der neuen Ratsmitglieder. Außerdem werden wichtige Personalentscheidungen getroffen – insbesondere zur Stellvertretung von Bürgermeisterin **Claudia Wust**.

## Begegnungstag in Markt Erlbach

In **Markt Erlbach** findet am **Mittwoch, 20. Mai, von 14.30 bis 17.30 Uhr** in der **Caspar-Löner-Grund- und Mittelschule** ein Begegnungstag unter dem Motto **„Jetzt Welt fair ändern“** statt. Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Mitmach-Stationen der Klassen, Erste-Hilfe-Angeboten, einer Verlosung sowie Büchertischen der Gemeindebücherei. Auch der Förderverein und die Fair-Trade-Initiative stellen sich vor.

## Gemeinschaftsversammlung in Wilhelmsdorf

Ebenfalls am **Mittwoch, 20. Mai**, tagt ab **17 Uhr** im Rathaus **Wilhelmsdorf** die Gemeinschaftsversammlung **Hagenbüchach-Wilhelmsdorf**. Dabei geht es unter anderem um die Wahl des Gemeinschaftsvorsitzenden, die Bestellung von Mitgliedern und Ausschussvorsitz sowie um die Bestellung der Bürgermeister von Hagenbüchach und Wilhelmsdorf zu Eheschließungsstandesbeamten.

## Neustädter Stadtrat berät über Pilotprojekt und Klinik-Haltestelle

In **Neustadt an der Aisch** kommt der neue Stadtrat am **Mittwoch, 20. Mai, ab 19 Uhr** im großen Sitzungssaal des Rathauses zu seiner ersten inhaltlichen Sitzung zusammen. Besprochen werden dort mehrere wichtige Themen: die Vorstellung einer **Erosionsschutz-Kooperation** als Pilotprojekt in der Schwammregion **Aisch, Aurach und Zenn**, die Bezuschussung der **AWO-Mittagsbetreuung**, die Einrichtung einer **Bushaltestelle an der Klinik** für Standard-Linienbusse sowie die Straßenverbreiterung und der Bau eines Geh- und Radwegs an der **Markgrafenstraße** im Bereich des Rewe-Neubaus.

## Vortrag über „Longevity“ im Sportzentrum

Am **Donnerstag, 21. Mai**, lädt das **Sportzentrum im Eilersweg in Neustadt** zu einem kostenfreien Vortrag mit dem Titel **„Longevity – Lebenszeit statt Leidenszeit“** ein. Beginn ist um **18 Uhr** in der Tennishalle. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Krafttraining und Muskelerhalt beziehungsweise Muskelaufbau, deren Relevanz nach Ansicht der Veranstalter noch immer unterschätzt wird. Referent ist **Nikolas Kirilow**. Eine Anmeldung ist erforderlich – direkt im Sportzentrum oder telefonisch unter **09161/60666**.

## Vhs-Vortrag zur Geschichte der Mathematik

Ebenfalls in **Neustadt** gibt es am **Donnerstag, 21. Mai, ab 18.30 Uhr** einen Vortrag der Volkshochschule zu den **Meilensteinen der Mathematikgeschichte**. Veranstaltungsort ist die **Rößleinsdorfer Ortsstraße 1**. Anmeldungen sind unter **09161/922602** oder per E-Mail an **vhs@kreis-nea.de** möglich.

## Infoveranstaltung zum Wohnen im Alter

Im **Bürgerhaus zum Löwen** in **Markt Erlbach** dreht sich am **Donnerstag, 21. Mai, ab 14 Uhr** alles um die Frage: **„Wie möchte ich wohnen, wenn ich älter werde?“** Der kostenfreie Vortrag findet im Rahmen des Senioren-Cafés statt und ist Teil der bayernweiten Aktionswochen **„Zu Hause daheim – Bayern gemeinsam stark“** des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Im Anschluss gibt es bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit zum Austausch. Der Eintritt ist frei.

## Fast 3,7 Millionen Euro Förderung für Hochbau-Projekte im Landkreis

Gute Nachrichten gibt es für zahlreiche Kommunen im Landkreis **Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim**: Für verschiedene Hochbau-Projekte stellt der Freistaat Bayern insgesamt **fast 3,7 Millionen Euro** bereit. Das teilten die Landtagsabgeordneten **Werner Stieglitz (CSU)**, **Gabi Schmidt (Freie Wähler)**, **Barbara Fuchs (Grüne)** und **Harry Scheuenstuhl (SPD)** mit.

Den größten Einzelbetrag erhält **Sugenheim** mit insgesamt über **eine Million Euro**. Gefördert werden dort der **Umbau der Schule zum Hort** mit **400.000 Euro**, die **Sanierung der Schule** mit **288.000 Euro** sowie die **Erweiterung der Kindertageseinrichtung** mit **360.000 Euro**.

Nach **Uffenheim** fließen weitere gut **850.000 Euro**. Davon entfallen **600.000 Euro** auf die **Erweiterung der Grund- und Mittelschule** und **252.000 Euro** auf die **Sanierung des Hallenbads**.

Auch andere Kommunen profitieren: So erhält **Scheinfeld** **500.000 Euro** für den **Umbau der Schlossgaststätte zum Kindergarten**. In **Markt Erlbach** werden **400.000 Euro** für die **Erweiterung des Kinderhorts an der Caspar-Löner-Schule** bereitgestellt. Jeweils **300.000 Euro** gehen an den **Kindergartenneubau in Ulsenheim** sowie an die **Erweiterung des Kindergartens „Sonnenschein“ in Marktbergel**.

In **Burghaslach** werden gleich zwei Projekte unterstützt: der **Waldkindergarten** mit **86.000 Euro** und die **Horterweiterung** mit **100.000 Euro**. **Trautskirchen** erhält **90.000 Euro** für eine Kinderbetreuungseinrichtung.

Während CSU-Abgeordneter **Werner Stieglitz** die Hochbau-Förderung als wichtige Investition in die Zukunft der Kinder bezeichnet, mahnen andere Parlamentarier, dass die Zuschüsse allein nicht ausreichen. **Barbara Fuchs** weist darauf hin, dass die Eigenanteile für viele Kommunen weiterhin hoch bleiben. **Harry Scheuenstuhl** betont zudem, dass der Investitionsbedarf der Städte und Gemeinden insgesamt deutlich größer sei und fordert dauerhaft höhere Einnahmen für die Kommunen.

### Kommentar der Redaktion

Viel Bewegung also im NaAZA-Gebiet: neue Gremien starten, wichtige Projekte werden beraten und bei den Fördergeldern zeigt sich einmal mehr, worauf es in den Kommunen besonders ankommt – **Kinderbetreuung, Schulen und Infrastruktur**. Das sind genau die Themen, die vor Ort nicht für große Schlagzeilen sorgen wie in Berlin oder München, aber im Alltag den größten Unterschied machen. Und wenn fast 3,7 Millionen Euro in die Region fließen, ist das natürlich erfreulich – auch wenn man sich in manchen Rathäusern vermutlich denkt: Schön, aber der nächste Bauantrag wartet schon hinter der Tür.

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Emskirchen

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# Schattenspender für den Pausenhof in Emskirchen

Mehr Schatten, mehr Grün und dazu noch ein Plus für Umwelt und Klima: Auf dem Pausenhof der Schule in Emskirchen ist jetzt ein besonderes Pflanzprojekt umgesetzt worden. Möglich wurde das über das Förderprogramm „Fördercent“ des Energieversorgers N-Ergie, das Kommunen unterstützt, die Ökostrom nutzen. Für jede verbrauchte Kilowattstunde grünen Stroms fließt dabei ein Cent in regionale Umweltprojekte. In Emskirchen wurde das Geld nun in neue Schattenbäume investiert.

Dabei handelt es sich nicht einfach um irgendeine Begrünung. Wie Johannes Wagner erläuterte, wurden mit Bedacht Baumarten ausgewählt, die auch mit künftig zu erwartenden höheren Temperaturen gut zurechtkommen sollen. Gepflanzt wurden unter anderem Ahorn und Zelkove – also sogenannte Schattenbäume, die langfristig für ein angenehmeres Klima auf dem Schulgelände sorgen können.

Wagner setzt dabei bewusst auf junge Setzlinge. Diese seien robuster und zugleich pflegeleichter als größere, bereits weiter entwickelte Bäume. Außerdem sei deren Wasserverbrauch in der Aufzucht deutlich geringer. So werde nicht nur nachhaltig gepflanzt, sondern auch ressourcenschonend gearbeitet.

Besonders innovativ ist das zugrunde liegende Pflanzkonzept: Gemeinsam mit dem Weißenburger Baumschulinhaber Gerd Meyer entwickelte Wagner ein sogenanntes „Gesellschaftskonzept“. In einem 1,25 mal 1,25 Meter großen Pflanzbereich, dem sogenannten Affolter, wachsen die künftigen Schattenspender nicht allein, sondern gemeinsam mit weiteren Pflanzen, Bäumen und Begleitgrün. Die Idee dahinter: Als Pflanzengemeinschaft sollen sie sich gegenseitig unterstützen und ein kleines, funktionierendes Mikroökosystem bilden.

Emskirchens Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht zeigte sich überzeugt von dem Modell und sprach von einem „sensationellen Konzept“. Das Projekt auf dem Schulgelände könnte deshalb als Pilot für weitere geeignete Flächen im Gemeindegebiet dienen. Mit Spannung werde nun beobachtet, wie sich die Pflanzung entwickelt und wie gut künftig Schatten für den Pausenhof und möglicherweise auch für Innenräume des Gebäudes entsteht.

Auch Schulleiter Fabian Lorenz begrüßte die Maßnahme. Gerade an einer Ganztagsschule, in der Schülerinnen und Schüler auch nachmittags betreut werden, sei ein angenehmer und geschützter Außenbereich besonders wichtig.

Zusätzliche ökologische Vorteile bringt das Projekt ebenfalls mit sich: Die Bäume wurden ohne Kunststoff gepflanzt, rund um die Pflanzbereiche entsteht zudem eine Blumenwiese. Damit profitieren nicht nur die Kinder und Lehrkräfte, sondern auch Insekten und Kleintiere. Walter Platzöder, Kommunalmanager von N-Ergie, lobte daher das Umweltbewusstsein der Marktgemeinde Emskirchen und kündigte an, die weitere Entwicklung des Projekts mit großem Interesse zu verfolgen.

**Kommentar der Redaktion:**
Eine Schule mit mehr Schatten ist in Zeiten heißer Sommer keine Kleinigkeit mehr, sondern fast schon eine Investition in die Zukunft. Und wenn dabei nicht einfach nur ein paar Bäume hingestellt werden, sondern gleich ein durchdachtes Mini-Ökosystem entsteht, dann zeigt das: In Emskirchen wird nicht nur gepflanzt, sondern mitgedacht. Bleibt zu hoffen, dass die jungen Bäume gut anwachsen – und den Pausenhof in ein paar Jahren in genau die Art von Schatten tauchen, über die sich Schüler, Lehrer und wahrscheinlich auch jeder Hausmeister freut.

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alle

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**Vogelstimmen am Morgen: Seltene Arten und Naturwissen bei Führungen in Burghaslach und Weigenheim**

Wenn früh am Morgen Amsel, Pirol und Co. den Tag begrüßen, wird schnell klar, wie vielfältig die heimische Natur direkt vor unserer Haustür ist. Genau das konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei zwei Vogelstimmenwanderungen in Burghaslach und Weigenheim erleben. Organisiert wurden die Führungen vom Landschaftspflegeverband Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim im Rahmen des Projekts „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion“.

Den Auftakt machte am 2. Mai 2026 eine Vogelstimmenführung in Burghaslach. Bereits um 7 Uhr morgens trafen sich 13 naturinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei frischen neun Grad, um gemeinsam mit Vogelexperte Hans Seitz die Vogelwelt rund um Burghaslach zu erkunden. Auf dem Weg entlang des Kneippwegs konnten insgesamt 41 verschiedene Vogelarten gehört oder beobachtet werden.

Neben bekannten Arten wie der Amsel sorgten vor allem besondere Beobachtungen für Begeisterung. So konnte ein Kleiber direkt am Baum beobachtet werden, außerdem ließ sich auch ein Wendehals entdecken. Während der Wanderung erklärte Hans Seitz anschaulich, wie wichtig abwechslungsreiche Lebensräume für die heimische Vogelwelt sind. Zudem gab er praktische Tipps, wie sich Vogelstimmen künftig besser unterscheiden lassen.

Die zweite Vogelstimmenwanderung fand am Muttertag, dem 10. Mai 2026, in Weigenheim statt. Gemeinsam mit Naturexperte Richard Ittner und in Zusammenarbeit mit der LBV-Kreisgruppe Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erkundeten die Teilnehmenden die vielfältige Landschaft rund um den Kapellberg. Die etwa sieben Kilometer lange Tour führte durch Streuobstwiesen, entlang von Waldrändern und an Weinreben vorbei.

Dabei gab es ebenfalls einige besondere Entdeckungen. Besonders eindrucksvoll waren die Beobachtungen des Pirols sowie mehrerer Neuntöter. Insgesamt konnten 43 verschiedene Vogelarten gehört werden. Zudem gelang es, alle drei in der Region vorkommenden Taubenarten wahrzunehmen: Hohltaube, Turteltaube und Türkentaube. Neben der Vogelwelt erhielten die Teilnehmenden auch interessante Einblicke in die heimische Pflanzenwelt, in die Bedeutung der Streuobstwiesen sowie in die Schmetterlinge der Region.

Die Vogelstimmenführungen sind Teil des Projekts „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion“. Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Bayerischen Streuobstpakts aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz.

**Kommentar der Redaktion:**
Wer früh aufsteht, wird eben manchmal doch belohnt – und nicht nur mit Kaffee. 41 beziehungsweise 43 Vogelarten bei zwei Führungen zeigen eindrucksvoll, wie artenreich unsere Region noch ist. Gerade Streuobstwiesen, Waldränder und strukturreiche Landschaften sind dabei echte Schatzkammern der Natur. Umso wichtiger ist es, diese Lebensräume zu erhalten. Und vielleicht hört der eine oder andere nach solchen Führungen morgens nicht mehr nur „irgendwo zwitschert was“, sondern erkennt tatsächlich den Unterschied zwischen Amsel, Pirol und Kleiber.

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Emskirchen

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# Matsch, Mut und Rekordkulisse beim „RatsRun“ in Emskirchen

**Emskirchen** – Schlammige Gesichter, nasse Schuhe und jede Menge strahlende Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Der „RatsRun“ in Emskirchen hat auch in seiner vierten Auflage wieder gezeigt, warum das Hindernisrennen längst zu den echten Publikumsmagneten in der Region gehört. Mit so vielen Läuferinnen und Läufern wie noch nie und mehr als 1000 Besucherinnen und Besuchern entlang der Strecke wurde heuer sogar ein neuer Rekord aufgestellt.

Besonders auf dem C-Platz des Emskirchener Sportgeländes war wie gewohnt am meisten los. Dort wartete auf die Sportlerinnen und Sportler das volle Schlammprogramm – vom Matschcontainer bis zum Weiher. Doch auch entlang der weiteren Strecke wurde den Gästen einiges geboten: In der Waldstraße sorgten unter anderem ein Hängehindernis, ein Lastwagen-Trailer mit Paletten-Irrweg und verstreute Heuballen für Action und beste Unterhaltung.

Beim **KidsRun** über anderthalb Kilometer gingen diesmal **180 Kinder im Alter von vier bis elf Jahren** an den Start. Für Organisatorin **Moni Holler vom TSV Emskirchen** ist das ein riesiger Erfolg. Gegenüber dem Vorjahr sei das nahezu eine Verdopplung gewesen. Auch der **Hauptlauf über zehn Kilometer** erreichte mit **620 Teilnehmerinnen und Teilnehmern** eine neue Bestmarke.

Mit dem Ablauf des Tages zeigte sich Holler entsprechend zufrieden. Das Wetter spielte mit, die Organisation lief planmäßig, und vor allem blieb die Veranstaltung ohne ernste Zwischenfälle. Unterstützt wurde das Event von rund **75 Helferinnen und Helfern**. Auch das **Bayerische Rote Kreuz** war vor Ort, ebenso die **DLRG Neustadt**, die den Bereich am Weiher absicherte.

Schon jetzt laufen die Planungen für die nächste Ausgabe. Der Termin für den fünften „RatsRun“ wird derzeit noch abgestimmt, da dabei sowohl der Tourplan der Serie als auch die Ferien berücksichtigt werden müssen. Klar ist aber schon: Zum kleinen Jubiläum soll die Veranstaltung noch einmal besonders werden. Wer sich als Helferin oder Helfer einbringen möchte, kann sich bereits melden. Als Dank winkt die kostenlose Teilnahme an einer anderen Station der „RatsRun“-Tour.

Ein besonderes Markenzeichen des Emskirchener Laufs ist laut Moni Holler vor allem die Strecke selbst. Sie führt durch den Wald, ist landschaftlich reizvoll und bietet immer wieder neue, abwechslungsreiche Hindernisse. Genau das mache für viele den besonderen Reiz aus.

Dass der „RatsRun“ in Emskirchen so gut funktioniert, liegt auch an der starken Unterstützung aus der Region. Zahlreiche Firmen packen mit an und bringen eigene Ideen ein. So werden Container, Fahrzeuge oder andere Materialien für die Hindernisse zur Verfügung gestellt. Die Firma **CargoTrans aus Mausdorf** baut beispielsweise jedes Jahr im Lastwagen-Auflieger eine neue Paletten-Variante ein, durch die sich die Läuferinnen und Läufer kämpfen müssen. Für die größte Gruppe im Hauptfeld sorgte in diesem Jahr die Firma **Köstner aus Neustadt**.

Für Moni Holler selbst bleibt der Lauf in Emskirchen übrigens weiterhin vor allem ein Organisationsmarathon. Obwohl sie selbst begeisterte „RatsRunnerin“ ist, kann sie in Emskirchen nicht mitlaufen. Während des Rennens ist sie ständig gefragt, muss Entscheidungen treffen und an allen Ecken den Überblick behalten. Dabei würde sie die Strecke nur zu gerne einmal selbst in Angriff nehmen. Ganz darauf verzichten muss sie aber nicht – bei anderen Stationen der Serie will sie wieder selbst an den Start gehen.

Der „RatsRun“ hat damit auch 2025 bewiesen: Emskirchen kann Schlamm, Sport und Stimmung. Und wenn es nach den vielen glücklichen Gesichtern geht, dürfte die Vorfreude auf die fünfte Auflage jetzt schon groß sein.

**Kommentar der Redaktion:**
Manchmal braucht es gar nicht viel für ein gelungenes Event: ein bisschen Wald, etwas Wasser, eine ordentliche Portion Matsch – und Menschen, die Lust haben, sich gemeinsam dreckig zu machen. Der „RatsRun“ in Emskirchen zeigt, wie stark solche Veranstaltungen eine Region zusammenbringen können. Besonders schön: Nicht nur die Teilnehmerzahlen steigen, sondern auch die Unterstützung aus Vereinen, Hilfsorganisationen und Unternehmen. Und seien wir ehrlich: Schlamm im Gesicht ist offenbar immer noch einer der sichersten Wege zu einem breiten Grinsen.

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Neustadt an der Aisch

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## Leserbriefe zur konstituierenden Stadtratssitzung sorgen für Diskussionen in Neustadt

Die konstituierende Sitzung des Neustädter Stadtrates wirkt nach. In der heutigen Ausgabe der Fränkischen Landeszeitung wurden gleich zwei Leserbriefe veröffentlicht, die sich kritisch mit den Entscheidungen der neuen Mehrheit aus CSU und FWG auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die formale Rechtmäßigkeit der Entscheidungen – die wird kaum bestritten –, sondern vielmehr die politische Kultur und die Frage, wie Zusammenarbeit in einem kommunalen Gremium aussehen sollte.

Auslöser der Debatte war die Besetzung zentraler Positionen im Stadtrat. CSU und FWG verfügen gemeinsam über eine Mehrheit und nutzten diese bei der Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter sowie bei Ausschuss- und Beiratsposten konsequent aus. Richard Dollinger (CSU) wurde zum zweiten Bürgermeister gewählt, Kerstin Rauner (FWG) zur dritten Bürgermeisterin. SPD-Kandidaten scheiterten jeweils an den Mehrheitsverhältnissen.

Auch die Besetzung der Ausschüsse zeigt deutlich die Kräfteverhältnisse im neuen Stadtrat. So dominieren CSU und FWG etwa den Werkausschuss oder das Beratungsgremium für Bau- und Umweltangelegenheiten. Gleichzeitig sind SPD und Grüne vertreten, allerdings nicht in führender Position. Die Ausschüsse und Beiräte wurden wie folgt besetzt:

* Werkausschuss: vier CSU-Mitglieder, zwei SPD-Mitglieder, ein Grüner und ein FWG-Mitglied.
* Rechnungsprüfungsausschuss: Vorsitzender Christian Köstner (CSU), Stellvertreterin Kerstin Rauner (FWG).
* Beratungsgremium Bau und Umwelt: vier CSU-Mitglieder, zwei SPD-Mitglieder, ein Grüner und ein FWG-Mitglied.
* Sportbeirat: Vertreter aller Fraktionen.

### Kritik: „Anstandsfreie Machtdemonstration“

Besonders scharf formuliert ist der Leserbrief von Dr. Christiane Wolfart aus Neustadt. Sie spricht von einer „anstandsfreien Machtdemonstration“ der neuen Mehrheit. Ihrer Ansicht nach werde der Wählerwille ignoriert und erfahrene Politikerinnen und Politiker anderer Parteien bewusst ausgegrenzt. Vor allem die Ablehnung von Heike Gareis als Behinderten- und Seniorenbeauftragte bezeichnet sie als unverständlich. Gareis sei engagiert und beliebt gewesen und habe als Seniorenbeauftragte gute Arbeit geleistet.

Wolfart kritisiert dabei weniger einzelne Personen als vielmehr die Art des Vorgehens. Gerade weil im Wahlkampf immer wieder die gute und fraktionsübergreifende Zusammenarbeit betont worden sei, empfinde sie die jetzige Entwicklung als enttäuschend.

Ähnlich argumentiert Wolfgang Ell in seinem Leserbrief. Auch er sieht in den Entscheidungen ein Signal des „Durchregierens“. Besonders stößt ihm auf, dass die SPD als zweitstärkste Kraft keinen Bürgermeister-Stellvertreter stellen darf. Er erinnert daran, dass unter dem bisherigen Bürgermeister Klaus Meier parteiübergreifende Lösungen häufiger praktiziert worden seien.

Beide Leserbriefe greifen damit dieselbe Grundfrage auf: Muss eine Mehrheit ihre Macht vollständig ausnutzen – oder gehört es zur politischen Kultur, auch Minderheiten einzubinden?

## Was ist rechtlich üblich – und was ist politisch klug?

Zunächst gilt: Rechtlich ist das Vorgehen von CSU und FWG nicht zu beanstanden. In Stadt- und Gemeinderäten gilt das Mehrheitsprinzip. Wer eine Mehrheit organisiert, kann Posten besetzen, Kandidaten durchsetzen und politische Schwerpunkte bestimmen. Genau dafür werden Mehrheiten bei Wahlen letztlich gebildet.

Es ist daher keineswegs ungewöhnlich, dass Fraktionen wichtige Ämter mit Personen aus den eigenen Reihen besetzen. Das geschieht in Gemeinden, Städten, Landkreisen, Landtagen und auch im Bundestag regelmäßig. Dahinter steckt nicht automatisch „Machtmissbrauch“, sondern oft auch der Wunsch, politische Verlässlichkeit sicherzustellen. Wer Verantwortung übernimmt, möchte mit Personen arbeiten, denen man politisch vertraut.

Gerade Bürgermeister-Stellvertreter gelten häufig als besonders sensible Positionen. Sie vertreten im Ernstfall den Bürgermeister und arbeiten eng mit ihm zusammen. Deshalb entscheiden sich Mehrheiten oft bewusst für Kandidaten aus den eigenen Reihen.

## Warum gibt es trotzdem Kritik?

Die kommunale Ebene unterscheidet sich jedoch von der großen Parteipolitik in Berlin oder München. In Stadt- und Gemeinderäten arbeiten die Mitglieder oft jahrzehntelang miteinander. Viele kennen sich privat, engagieren sich gemeinsam in Vereinen oder Feuerwehren und begegnen sich im Alltag ständig. Deshalb spielt politische Kultur vor Ort eine besonders große Rolle.

In vielen Kommunen gibt es daher die Tradition, bestimmte Posten überparteilich zu vergeben oder zumindest auf breite Zustimmung zu achten. Gerade Ehrenämter wie Senioren-, Behinderten- oder Sportbeauftragte werden häufig nicht ausschließlich nach Parteibuch besetzt, sondern nach Erfahrung, Fachkenntnis oder persönlichem Engagement.

Auch bei Bürgermeister-Stellvertretern bemühen sich manche Gemeinden um Konsenslösungen. Andere wiederum handhaben das strikt nach Mehrheitsverhältnissen. Beides ist demokratisch möglich.

Die Kritik in den Leserbriefen richtet sich deshalb weniger gegen die demokratische Legitimation der Entscheidungen als gegen deren Signalwirkung. Für die Kritiker entsteht der Eindruck, dass CSU und FWG ihre Mehrheit nicht nur nutzen, sondern demonstrativ ausspielen.

## Muss im Stadtrat immer Einstimmigkeit herrschen?

Nein. Demokratie bedeutet nicht automatisch Einstimmigkeit. Unterschiedliche Meinungen gehören zur Kommunalpolitik genauso wie zu jeder anderen politischen Ebene. Konflikte, Abstimmungen und Mehrheitsentscheidungen sind normal und notwendig.

Allerdings funktioniert Kommunalpolitik langfristig oft besser, wenn trotz politischer Unterschiede ein gewisser Grundkonsens erhalten bleibt. Viele Entscheidungen – etwa zu Schulen, Straßenbau, Feuerwehr, Kinderbetreuung oder Vereinen – betreffen unmittelbar den Alltag der Bürger. Dort wird häufig pragmatischer gearbeitet als in der Bundespolitik.

Deshalb achten viele Ratsgremien darauf, Entscheidungen möglichst breit abzustützen. Das muss aber nicht immer gelingen. Gerade nach Wahlen oder Machtwechseln entstehen oft neue Mehrheiten, neue Bündnisse und manchmal auch neue Spannungen.

## Der Neustädter Stadtrat steht nun unter Beobachtung

Interessant wird nun sein, wie sich die Zusammenarbeit im Neustädter Stadtrat in den kommenden Monaten entwickelt. Bürgermeister Alexander Müller betonte in seiner Antrittsrede ausdrücklich den Wunsch nach „lösungsorientiertem, konstruktivem und sachlichem Miteinander“. Gleichzeitig machte die konstituierende Sitzung deutlich, dass CSU und FWG ihre Mehrheit geschlossen organisieren.

Ob daraus ein dauerhaft konfrontativer Stil entsteht oder ob sich im politischen Alltag wieder mehr gemeinsame Lösungen entwickeln, wird sich erst zeigen. Erfahrungsgemäß verändern konkrete Sachthemen die Dynamik oft schnell. Spätestens wenn es um Haushaltsfragen, Bauprojekte, Kinderbetreuung oder die Entwicklung der Innenstadt geht, geraten parteipolitische Linien häufig wieder in Bewegung.

## Kommentar der Redaktion:

Kommunalpolitik ist manchmal wie eine fränkische Kirchweih: Nach außen wirken alle friedlich, aber hinter den Kulissen wird sehr genau gezählt, wer wie viele Plätze am Biertisch bekommt. Natürlich darf eine Mehrheit Mehrheiten nutzen – dafür wird schließlich gewählt. Die Frage ist eher, wie demonstrativ man das tut.

Denn gerade auf kommunaler Ebene erinnern sich Bürger oft weniger an einzelne Abstimmungen als an den Stil des Umgangs miteinander. Wer andere dauerhaft außen vor lässt, riskiert irgendwann ein vergiftetes Klima im Rat. Wer dagegen jede Mehrheit künstlich verwässert, verliert wiederum politische Klarheit.

Zwischen „Durchregieren“ und „Kuschelkurs“ liegt also ein schmaler fränkischer Grat. Und wie so oft entscheidet am Ende nicht die erste Sitzung über Erfolg oder Misserfolg, sondern die Frage, ob man auch dann noch miteinander reden kann, wenn die ersten schwierigen Entscheidungen kommen – etwa bei Geld, Baustellen oder Parkplätzen. Denn spätestens dort endet traditionell jede kommunalpolitische Harmonie.

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Markt Erlbach

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**Markt Erlbach: Feuerwehr weiht drei neue Fahrzeuge und saniertes Gerätehaus ein**

In Markt Erlbach gab es jetzt gleich mehrfach Grund zur Freude: Die Freiwillige Feuerwehr konnte nicht nur drei neue Fahrzeuge offiziell in Dienst stellen, sondern auch die abgeschlossene energetische Sanierung ihres Feuerwehrhauses feiern. Damit ist die Wehr für kommende Einsätze noch besser aufgestellt – technisch, organisatorisch und auch mit Blick auf die Bedingungen für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Bei der Feier wurden ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug 20 (HLF 20), eine Drehleiter mit Korb sowie ein Schlauchwagen für den Katastrophenschutz geweiht. Gleichzeitig stand auch das modernisierte Feuerwehrhaus im Mittelpunkt.

Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß sprach von einem sichtbaren Zeichen für Sicherheit, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit. Mit den Investitionen habe man die Grundlage dafür geschaffen, dass die Feuerwehr unter zeitgemäßen und würdigen Bedingungen arbeiten könne. Die gebrauchte Drehleiter kostete nach ihren Angaben rund 63.500 Euro, hinzu kamen etwa 16.000 Euro für die Ausbildung von zwölf Maschinisten. Das neue HLF 20 schlug mit 527.000 Euro zu Buche, die Sanierung des Feuerwehrhauses mit 188.000 Euro. Darüber hinaus investierte der Markt Markt Erlbach mehr als 130.000 Euro in Digitalfunk und Sirenen.

Auch im laufenden Betrieb entstehen erhebliche Kosten: Für Unterhalt und Wartung von Geräten und Fahrzeugen müssen jährlich im Schnitt mehr als 50.000 Euro aufgewendet werden, im Jahr 2025 waren es sogar rund 100.000 Euro – ohne Personalkosten aus dem Verwaltungshaushalt. Für Kreß ist dieses Geld jedoch gut angelegt, weil es dem Schutz von Menschenleben, schneller Hilfe im Ernstfall und dem ehrenamtlichen Engagement der Feuerwehrleute dient.

Kommandant Hermann Wendel zeigte sich ebenfalls erfreut über den modernen Fuhrpark und das sanierte Feuerwehrhaus. Die vergangenen Jahre hätten viel verlangt, aber auch gezeigt, was möglich sei, wenn alle an einem Strang ziehen. Nun stehe die Wehr mit moderner Technik, einem erneuerten Domizil und einer starken Mannschaft da – und sei damit auch für die Zukunft gut gerüstet. Im Anschluss ging Wendel noch auf die Geschichte der einzelnen Fahrzeuge ein.

Für das HLF 20 liefen bereits seit 2018 erste Planungen. Im Jahr 2025 konnte dann die gebrauchte Drehleiter ersteigert und in Neustadt in Holstein abgeholt werden. Als Kreisbrandrat Alfred Tilz anfragte, ob Markt Erlbach einen Schlauchwagen des Bundes für den Katastrophenschutz stationieren könne, sagte die Wehr sofort zu.

Auch das Feuerwehrhaus wurde umfassend modernisiert. Die Sanierung begann im September 2025. Erneuert wurden unter anderem das Dach, die Tore und die Eingangstür. Außerdem erhielt das Gebäude einen neuen Anstrich, zusätzlich wurde eine neue Tür von der Küche ins Freie eingebaut. Während der Bauphase war die Feuerwehr in Containern untergebracht, ehe Mitte November die Rückkehr ins Gerätehaus möglich war.

Zum Abschluss dankte Kommandant Wendel der Bürgermeisterin, dem Gemeinderat und dem Feuerwehrverein für die Unterstützung. Insgesamt wurden rund 600.000 Euro freigegeben, abzüglich eines Zuschusses in Höhe von 164.000 Euro. Wendel betonte, dass Fahrzeuge zwar wertvolle Werkzeuge seien – entscheidend seien aber die Menschen, die diese Technik mit Verantwortung, Engagement und Einsatzbereitschaft nutzen.

Landrat Dr. Christian von Dobschütz freute sich mit der Markt Erlbacher Wehr darüber, dass gleich mehrere Fahrzeuge auf einmal in Betrieb genommen werden konnten. Besonders der Schlauchwagen für den Katastrophenschutz sei in Markt Erlbach gut stationiert. Den Aktiven dankte er für ihren ehrenamtlichen Einsatz – rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche.

Glückwünsche kamen auch von den beiden Landtagsabgeordneten Werner Stieglitz und Harry Scheuenstuhl, der zugleich für den BRK-Kreisverband anwesend war. Stieglitz erinnerte daran, wie sehr sich die Anforderungen an Feuerwehren, ihre Technik und die Menschen dahinter seit der Gründung der ersten Feuerwehr in Bayern im Jahr 1849 verändert haben. Dabei steuerte er auch einige persönliche Erinnerungen aus der Windsheimer Straße bei.

Den kirchlichen Segen für die neuen Fahrzeuge und die Menschen dahinter spendeten Rebecca Schüler für die evangelische Kirchengemeinde und Daniel Bittel für die katholische Seite. Beide machten deutlich, dass es ihnen natürlich am liebsten wäre, wenn die Feuerwehr nie gebraucht würde – doch zu wissen, dass sie da ist, sei ein beruhigendes Gefühl.

Kreisbrandrat Alfred Tilz zeigte sich erfreut, dass die Fahrzeugweihe noch in seine Amtszeit gefallen ist. Er lobte außerdem die gute Zusammenarbeit und Kommunikation der Wehren – auch über Landkreisgrenzen hinweg. Ohne die Kraft und den Einsatz der Ehrenamtlichen gehe nichts, so Tilz.

Nach dem offiziellen Festakt nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die neuen Fahrzeuge und das sanierte Feuerwehrhaus aus nächster Nähe zu besichtigen oder den Tag beim gemeinsamen Essen ausklingen zu lassen.

*Foto: FFW Markt Erlbach*

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